Das chinesische Jahrhundert“ von Wolfram Elsner, Buchbesprechung.

Norbert Nelte - 24.7.2020 - Theorie

Westend-Verlag.
Wolfram Elsner, geb. 1950, war während der Studentenzeit Maoist, näherte sich aber sehr schnell dann den Moskauer Staatskapitalisten an.Er wurde dann Professor der Wirtschafswissenschaften an der Universität  Bremen und erst um 2010 entdeckte er die rasante Aufholjagd der Volksrepublik China.

Diese Tatsachen schmälern aber keineswegs die Wucht des Buches bei der Gegenüberstellung des niedergehenden, in Todeszuckungen verfallenen Hegemons mit der aufblühenden, aus tiefem Schlaf erwachten uralten Hochkultur. Während in den USA 47,2% arbeitslos sind ( Linke Zeitung: Rekord: 47,2 Prozent der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter ohne Arbeit) und 2019 40% aller Betriebe Verluste erwirtschaftet haben ,(DWN Großbrand hinter den Kulissen: 40 Prozent aller US-Firmen sind in die roten Zahlen gerutscht 27.1.20)) denkst Du, eine wissenschaftliche Fiktion eines fernen glücklichen Landes zu lesen. Und dabei hilft natürlich auch Elsners Ausrichtung und Vergleiche mit anderen staatskapitalistischen Diktaturen.

Ich selber würde da viel öfters rummäkeln, da ich mich an dem Vorbild von Marx, Engels, Lenin und Trotzki ausrichten würde, dem Kommunestaat bzw. der basisdemokratischen Räterepublik.

Aber die Chinesen sind momentan noch zufrieden  mit ihrer Regierung wegen den „außerordentlichen Lohnsteigerungen  zur multiplikativen Ankurbelung der Binnenökonomie“ (Elsner)

Marx stellt fest: „Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind.!“

(Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie, Vorwort,)

Roboter haben wir in China schon. Aber die Kollektive ohne Patron, ohne Boss gibt es dort noch nicht. Es gibt zwar „Kollektive“, aber dort wacht der Parteikommissar noch über alles.'

Wolfram Elsner ist begeistert von Chinas Wachstum. Aber dazu muss man wissen dass Deutschland auch 1956 mit 12% anfing und China dieses hohe Inlandprodukt deshalb l änger beibehalten konnte weil es schon viele entwickelte Industrieländer als Kunden vom Billiglohnland China gab. 2014 ist aber Schluss mit billig und die Binnenmarkt wird entwickelt, damit China sich unabhängiger vom Ausland macht. Die BIP Steigerung steht aber nur noch bei 3% und was ist, wenn sie 1932 nur noch bei 0 steht und die durchschnittliche Profitrate bei 0,3% und der Kaiser dann ein schrecklicher Iwan Li ist?

Deshalb könnte ich als revolutionärer Trotzkist, der eine Räterepublik für den Sozialismus voraussetzt, in  der die Wähler mehrheitlich selber entscheiden, nicht so nachsichtig mit der Todesstrafe oder den Atomkraftwerken wie Wolfram Elsner bleiben, besonders weil China sich schon kommunistisch nennt, jedenfalls die Partei. Dieser Widerspruch drückt sich aber erst in den allerletzten Absätzen aus, bei denen es um die Systemfrage geht.

Ich nenne China einen marktwirtschaftlichen Staatskapitalismus mit momentan einem guten Kaiser. Aber was ist, wenn der nächste ein Gangster wie Stalin wieder ist, verbittert, nur weil seine 1. Frau Katewan Svanidae so früh verstarb.

Alle großen Kapitel vorher sind aber erfrischend umfangreich, überraschend, spannend, informativ und für den Westen bitter entlarvend.

Bevor Elsner aber über die neuen Errungenschaften schreibt, deckt er vorab die Propagandalügen der Amerikaner auf, angefangen mit dem Fake Massaker auf dem Tian’anmen-Platz.

 „So telegrafierte etwa der damalige US-Botschafter in China nach Washington und berichtete von einer Platzräumung, bei der es keine Toten, nicht einmal Schwerverletzte gegeben haben soll.“

(Frey, »Das Fake-Massaker. Westliche Geheimdienste testeten damals Regime-Change-Strategien auf dem Tian‘anmen-Platz in China«, online unter: www.rubikon.news.; besucht 14.4.2019; ähnlich die Recherche »Der Testfall Tian‘anmen-Platz«, online unter: peds-an2sichten.de; besucht 22.4.2019. berizchtete von einer Platzräumung, bei der es keine Toten, nicht einmal Schwerverletzte gegeben haben soll.)-

Selbst bei Wikipedia schreiben sie heute: „Auf dem Platz selbst starben dabei keine Menschen, in anderen Teilen der Stadt verloren nach Angaben von Amnesty International zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Menschen ihr Leben“ Bei der ARD spricht man nur von 200. Zum Schluss heißt es bei der ARD, „wieviel Tote ist unklar“. Also sind alle bisherigen Zahlenangaben erdichtet und erfunden. Rubikon schreibt:

„Ihre Quellen aber, die von Massakern außerhalb des Tiananmen-Platzes angebliche Zeugenberichte liefern, sind die gleichen, welche über Jahre die Lüge vom dortigen Massaker verbreiteten: Amnesty International (AI) und das US-Außenministerium (9, 10). Womit wir schon mindestens eine Institution erwähnt haben, die bei der Vorbereitung, medienwirksamen Aufmachung und Eskalation der Pekinger Proteste mitmischte.“

(United States Embassy in Beijing: What Happened on the Night of June 3/4? Cable to the Department of State – 1989-06-22. Abgerufen am 28. Januar 2013 (englisch): „The battles raged around the square rather than on it. Witnesses present at the Martyrs Monument report an eerie lack of action on the square proper during the shooting in the streets.)

Aha, das US-Außenministerium, dies mit Kissinger waren doch 1973 beim Putsch in Chile auch mit dabei, die sind doch gar nicht mehr glaubwürdig.

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30561407-

Nachdem Wolfram Elsner mit China gebrochen hatte und die allgemeinen Vorurteile verinnerlicht hatte, näherte er sích 2010 so langsam wieder an, obwohl doch die UNO schon 1995 ankündigte, dass China die USA 2015 wirtschaftlich einholen wird, zumindest nach der Kaufkraft. Er beschreibt sehr ehrlich in seinem Aufwachprozess das Zusammentreffen mit seinem „ersten Chinesen“ Chen Ping, Dieses Gespräch zeigt auch auf, dass eine Diktatur in Asien etwas ganz anderes bedeutet als hier nach der Aufklärung und dem Kapitalismus, in dem das Individuum eine viel größere Rolle spielt. In China dagegen streben alle danach, dass das Kollektiv sich weiter entwickelt (siehe Chinesische Kultur - wiki)

Nachdem Elsner sich nach der Studentenzeit zum Moskauer Staatskapitalismus hin entwickelte, eignete er sich alle gängigen Vorurteile über China an. Seit 2008 aber schenkt er China wieder seine Aufmerksamkeit und in diesem Prozess berichtet er 2010 sehr selbstkritisch über das Treffen mit „seinem ersten Chinesen“ Chen Ping, einen Professor der Komplexitätsökonomik.

 „In den Gesprächen nach seinen Vorträgen fragte ich ihn, vielleicht etwas dümmlich oder indiskret klingend für einen kultivierten, dezent-freundlichen   Chinesen: »Ok, Sie sind ja kein neoliberaler ›Mainstreamer‹. Aber Sie sind auch kein Marxist. Welche Handlungsspielräume haben Sie denn dann? Wie weit dürfen sie denn zum Beispiel Ihre Regierung kritisieren?« Vielleicht erinnerte ihn das daran, wie seine früheren Landsleute die europäischen Kolonialisten als  Barbaren  bezeichnet  hatten.  Die Antwort kam so entspannt wie selbstverständlich, so diplomatisch wie entwaffnend: »Ich  kritisiere  meine  Regierung  ohne  Probleme,  oft vor großem  Hörsaal,  dafür bekomme ich auch schon mal Applaus.« »Und am nächsten Morgen sitzen Sie vor einer Anhörungskommission der Regierung, oder?« »Ja, am nächsten   Tag  sitze ich auf Einladung vor Regierungsvertretern   und berate sie in Sachen ›komplexe ökonomische   Systeme und Finanz Dynamiken‹ und über entsprechende wirtschaftspolitische Maßnahmen

Die Aufgabe des CIAs ist ja nicht nur, den Zusammenbruch des Ostblocks herbeizuführen und auch China z.B. über den Tian’anmen Platz wegzuputschen, sondern auch alle Teile von Nichtatlantikern. wie z,.B. Hongkong, zu destabilisieren.

Elsner; „Es wird berichtet, dass allein NED (National Endowment for Democracy) [NED, das legale Schaufenster des CIAs] seit 2014 circa 30 Millionen US-Dollar zur   Unterstützung   der     Demonstrationen     zur Ver-fügung     gestellt     hat.

(Shane Quinn, »Seventy Years of U.S. Destabilisation in China«, Global Research 23.12.2019; online unter: www.globalresearch.ca; besucht 30.12.2019.)

Der Beitrag Hongkongs zum Sozialprodukt Chinas ist dabei innerhalb der letzten 20 Jahre von 18 auf   weniger als drei Prozent geschrumpft.

(Zum Beispiel: Peter Koenig, »Hong Kong – Pure Western Insanity«, Global Research 3.12.2019, online unter: www.globalresearch.ca, besucht 10.12.2019.%)

Und da kommen nun auch noch die zunehmend     wohlhabenden Festlandchinesen als Touristen zu   Besuch, darunter auch Jungbanker aus der gegenüberliegenden Boom-Metropole Shenzhen oder aus  dem  Finanzzentrum  Shanghai,  die  irgendwie  eine bessere  Zukunft  zu repräsentieren scheinen …“

„Für  einfache  Chinesen  sind  heute  noch  die  Sieben-Tage-Woche  und  der  Zwölf-Stunden-Tag gang und gäbe. Das gilt auch für die jungen Banker und Jungmanager, die dort für »mehr Freiheit« demonstrieren, ohne klar zu sagen, wo ihnen der Schuh wirklich drückt.“

Sie können sich für ihren Lohn nur ein Wohnkäfig leisten.

Es ist überhaupt nicht zu verstehen; dass die Demonstranten nicht sofortigen Anschluss an Rot-China fordern oder dorthin einwandern. Stattdessen laufen sie einem V-Mann vom CIA hinterher.

Den Uiguren geht es mit den Han-Chinesen viel besser als mit einem mittelalterlichen Kalifen. Die Haupstadt von Xinjiang, Ürümqi, ist eine moderne florierende Stadt.

Nur der CIA mit seinen Dschiadisten will natürlich keine Ruhe geben. Die Erwischten sind dort natürlich hinter Gittern, während sie hier in Europa für die nächste Halsabschneideaktion frei herumlaufen dürfen.

 „Die UNO lobt auch im Jahre 2020 die Minderheitenpolitik und die Religionsfreiheitspolitik Chinas, nicht zuletzt auch in Bezug auf die Uiguren. UNO-Vertreter besuchen regelmäßig auch Xinjiang und sehen sich die »Lager«, die sie tatsächlich als Ausbildungszentren erkennen, konkret an. Sie haben dies auch zusammen mit zahlreichen eingeladenen Politikern anderer Länder getan, vor allem solcher, die auch Probleme mit islamischem Extremismus haben, darunter jüngst etwa eine Gruppe muslimischer Führer aus Indonesien, die sich die »Lager« anschauen konnten"

Aber; egal ob es stimmt, ich muss die Lügr nur oft genug wiederholen, irgendwann glauben die Menschen schon dran und auch die Nachrichtensprecher selber, dann können sie die Lüge mit mehr Innbrunst vortragen wie die Pfaffen.

Aber nach 2.000 Jahre Gloria und Halplelzjsah nutzt ihnen das zumindestens in Deutschland nichts mehr. Hier glauben von den Christen 200 Jahre nach Darwin nur hoch 20% an den Aberglauben. Viele sind noch bei den Propagandisten, wegen der Arbeitsstelle oder wegen der Kinder in der Schule oder der Familie.

In China dagegen „existiert eine  eigene  »Staatsreligilon« nicht  und  auch  keine  dominierende  Kirche. Moderne  Chines*innen  sind  in  der  Regel  nicht sonderlich  religiös,  haben  aber  ein entspanntes,  pragmatisches,  realweltliches  Verhältnis  zu  den  Religionen ...“

Und schon geht die neueste lnformation los. Wir alle kennen China noch mit den Sandstürmen und dem Smog in Peking. a

 „Der allwinterliche Smog war damit nicht 3mehr vereinbar und so wurde 2014 »Krieg gegen Luftverschmutzung« ausgerufen

(Zum Beispiel Sara Flounders, »Planning Can Save the Planet: China Chooses Renewable Energy«, 24.4.2019; online unter: www.workers.org, besucht 27.4.2019.)

Innerhalb von ca: fünf Jahren hat sich die Luftqualität in Beijing drastisch verbessert. “

(„So zum Beispiel eine Studie der London School of Economics, nach Jörg Kronauer, »Klimapolitik in USA und China«, junge Welt 7.8.2019.“)

Ökologieweltmeister

 „Neu sind zwei zentrale Ministerien, was den gegenwärtigen bemerkenswerten Aufstieg Chinas zur ökologischen Führungsnation widerspiegelt: Das Ministerium für natürliche Ressourcen und das Ministerium für Ökologie und Umwelt.“

Unter „Bäume, Bäume, Bäume“ erfahren wir, dass China schon 40% von dem Wald angepflanzt hat, den Bolsonaro in Brasilien abgefackelt hat. Grüngürtel mit Milliarden angepflanzten Bäumen zwischen den Wüsten und den Städten halten die winterlichen Sandstürme ab, die sonst bis Japan oder Südkorea den Sand geweht hatten.

Jeder Chinese muss einmal im Leben einen Baum einge- pflanzt haben, heißt Chinas Devise.
Und nicht nur Bäume. Auf Pekings Dächern alleine gibt es mehr Solaranlagen, als über den Dächern von Paris und ganz Deutschland zusammen. Das gleiche mit den Windparks. In den Wüsten stehen Windparks bis zum Horizont.


Entsprechend wurden schon hunderte Steinkohlekraftwerke abgerissen. In China fahren schon mehr E-Busse  als auf der ganzen Welt. Nummernschilder für Verbrennungsmotorenautos werden kaum mehr ausgegeben,'


„In Beijings U-Bahn-Stationen stehen. zum Beispiel 400 (2018) spezielle Recycling-Automaten, die leere   Plastikflaschen   als   Zahlungsmittel   für   ein  Bahnticket akzeptieren.“

 „2017 wurde etwa mit dem Bau der ersten reinen »Forest City« begonnen.  Es handelt sich um die Stadt Liuzhou in der Provinz Guangxi. Die Stadt wird mit   erneuerbarer Energie betrieben, und ihren Bäume   sollen jährlich 10.000 Tonnen CO2 sowie 57 Tonnen   wassergefährdende  Schadstoffe absorbieren.„

Stadtteil von Liuzhou, am Fluss Magnetschwebebahn


Gerade in der Ökologiefrage gibt es eine Fülle von spannenden Beispielen in Elsners Buch, genug, das China eigentlich zum Vorbild für die ganze Welt machen müsste.

„Circa 400.000 Afrikaner*innen studieren bereits in China, und mehr als 160.000  Afrikaner*innen  haben inzwischen  einen  chinesischen Hochschulabschluss.“

(„Zum Beispiel »Drache zu Gast bei Löwen -- Warum Chinas Einfluss in Afrika expandiert«; online unter: www.deutsch.rt.com, besucht 25.6.2019; ferner zum Beispiel Marianna Schauzu, »LandGrabbing: China als neuer Kolonialherr in Afrika?«, Marxistische Blätter 2–2018, S. 114–121.“)

„Schließlich ist bemerkenswert, dass China zum Einwanderungsland geworden ist: Einwanderer sind längst nicht mehr nur rückkehrende ethnische Chinesen sen, sondern heute auch Asiaten und Afrikaner vieler Nationen.“

„Eine existenzielle Unsicherheit gibt es in China heute so gut wie nicht mehr.“
“die Firma Bosch stellen fest, dass immer mehr Innovationen aus ihren chinesischen Niederlassungen kommen und sie inzwischen fast schon mehr von China  lernen als umgekehrt.“

 „Längerfristige Datenreihen der World Intellectual     Property Organization zeigen, dass China in Sachen Patentanmeldungen die USA, vor allem seit 2009/10, hinter sich gelassen hat und 2017 bereits 1,4 Millionen Patente angemeldet hat (USA gut 600.000, Europa unter 400.000.“


Also das sind schon ein Haufen Informationen. Und im Buch selber sind noch mehrfache und ausführlicher noch beschrieben. Ich habe die Interessantesten mir für die Buchbesprechung rauskopiert. Aber ich wollte und konnte das Buch ja nicht ersetzen. Und so habe ich 90% von den Ausgesuchten wieder gelöscht und nur diesen klitzekleinen Auszug gelassen.


Aber dieser Miniauszug langt eigentlich auch, mit dem gezeigt wird, dass dieses Land nicht so vorgehen will wie die USA, indem sie überall in den Ländern, die sie nicht mehr beherrschen können, dort Chaos schaffen. Jetzt räumen sie bei sich gerade auf. Chaos ist ihr Ausdruck der Schwäche.

Um seinen Einfluss in Ost- und Südasien zu stärken und  zu imponieren, ließ Kaiser Yongle (1360 – 1424) eine große Flotte von 300 Schiffen mit 33.000 Personen, mit bis 9 Masten (Schatzschiffe) bauen und beauftragte den Hofeunuchen, Admiral Zheng He mit der Durchführung von diplomatischen Missionen.

Zheng He segelte bis Afrika und brachte als Geschenk für Kaiser Yongle u.a. eine Giraffe mit. Es wird auch vermutet, dass er in Mexiko gewesen war. jedenfalls gibt es eine chinesische Karte von 1418 mit ganz Amerika

Gegen das aufkommende Piratentum der Wokou an der Küste verfügte Kaiser Jiajing (1507-1567) 1551 ein Seeverbot (Hai jin), Schiffe durften nur noch einen Mast haben.
Die Konfuzianer unter den Hofeunuchen haben sich wieder durchgesetzt.

Dies blieb das einzige außenpolitische Abenteuer von China. Kein Krieg, keine Kolonisierung.

Vielleicht liegt der Unterschied zwischen den Angelsachsen und den Chinesen auch daran, dass der Peking-Mensch (Von rund 780.000 bis 400.000 vor unserer Zeit) schon eine hohe Stirn hatte, wogegen der westliche Neandertaler in Europa noch vor 40.000 Jahren eine fliehende Stirn hatte und erst der moderne Mensch (Homo Sapiens) in Südafrika vor 200.000 Jahren eine steile Stirn hatte (In Europa erst vor 50.000 Jahren.“

„Gelegentlich wird jedoch unterstellt, dass sich – laut der Hypothese vom multiregionalen Ursprung des modernen Menschen weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Gattung Homo in Afrika – in Asien aus Homo erectus eine Variante des archaischen Homo sapiens entwickelte, so dass die Funde von Zhoukoudian dann als Homo pekinensis („Mensch aus Peking“) bezeichnet werden. (Wikipedia)

Wenn der Homo Sapiens in Asien schon 200.000 Jahre früher als in Afrika sich entwickelt hatte, ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn manche „Schätzungen  behaupten, das circa 60 Prozent des Wissens der heutigen Welt China entstammen.“ '

(Larry Romanoff, »History of Chinese Inventions. The Present and the Future«, Global Research 24.10.2019)


„Chinas Erfindungen auf allen Gebieten von Wissenschaft und Technik, die bis zu mehr als 1.000 Jahre früher als in Europa gemacht wurden, erstrecken sich über die Druckerpresse …“

China  bleibt  auf  absehbare  Zeit  eine Klassengesellschaft,  mit  mehreren  Hundert Millionen Arbeitern   und   Angestellten,   Dutzenden   Millionen selbstständigen Gründern und einigen Millionen großer und kleiner Kapitalisten, und die ist notwendigerweise durch  Klassenkampf  geprägt.  Aber,  wie  der schon zitierte italienische Philosoph Domenico Losurdo sagt: Die Kapitalistenklasse ist nicht an der Staatsmacht und wird dies absehbar auch nicht sein.'

Dass China auf absehbare Zeit eine Klassengesellschaft  bleibt, werden alle Linken unterschreiben. Nur Elsner glaubt, dass der Staat und die Partei noch eine sozialistische war und ist und deshalb die Gesellschaft im Moment des Endes des Kapitalismus in den Sozialismus führen wird.

Doch wir internationalen Sozialisten denken dagegen, dass Stalin von 1924 - 1936 eine schleichende politische und soziale Konterrevolution durchgeführt hatte und damit alle wichtigen marxistischen Theorien in ihr Gegenteil verkehrte.

1924 - statt der marxistischen Theorie der permanenten Revolution setzte er den Aufbau des Sozialismus in einem Lande. Damit signalisierte er den Alliierten, dass er in ihrem Revier keine Revolution vorhaben wird. 1943 löste er die Komintern auf und erklärte der Agentur Reuters, dass „Moskau sich nicht in das Leben anderer Staaten einmische“

(zitiert nach Othmar Nicola Haberl: Kommunistische Internationale. In: Pipers Wörterbuch zur Politik, Band 4, Sozialistische Systeme., Piper 1981, S. 216.
Wikipedia)

1928 - setzte er die Arbeiterräte (Sowjets) ab, die Lenin in das Zentrum der Revolution gestellt hatte. Ab sofort  hieß das Sowjetunion ohne Sowjets.

1934 nahmen die Alliierten aus Dankbarkeit, dass er in Russland bleibt, die Sowjetunion in  den Völkerbund auf.

1936 - Aus artiger Dankbarkeit wurden letztlich alle Politbüro-Mitglieder der Revolution außer der A. Kollontai hingerichtet. Nun blieb kein wichtiger Zeuge der Revolution von 1917 mehr übrig (Die Kollontai war keine Marxistin, sondern nur eine Vertreterin der freien Liebe).

Und heute haben nun alle Linken, ob revolutionär, ob reformistisch, ob Moskau, Mao, Trotzki oder Internationalisten vergessen, welches System Marx mit der Revolution einführen wollte, dank Stalin, Churchill und Roosevelt. Zu Zeiten der Münchener Räterepublik wusste das noch Jeder.

Bei Marx und Ebngels lesen wir schon, dass Stalin ein Kleinbürger war, und kein Marxist der Arbeiterklasse oder ein anerkannter Vertreter von ihr.

 

Karl Marx, Friedrich Engels: Ansprache der Zentralbehörde an den Bund

Nach 1989 hat sich es bestätigt, dass es ein viel engeres Verhältnis zwischen kleinbürgerlichen Staatskapitalismus und großbürgerlichen Privatkapitalismus gab als zwischen Staatskapita-_ lismus und Räterepublik.-

Als 1990 die Sowjetunion auseinanderbrach, wurde in einem Interview eine Landarbeiterin gefragt, ob sie die Arbeit jetzt unter einem Olligarchen leichter findet? Sie fragte erstaunt: „Was, das gab eine Änderung, davon hätte sie nichts bemerkt.“

Genau so die DDR. Als am Ende am runden Tisch die 4. Internationale den Vorschlag unterbreitete, das Vermögen den Arbeitern, z.B. über Vereine, zu übertragen, wurde das rundweg abgelehnt. Später, als es Wiedervereinigung kam, hätten sie das ja immer noch tun können. Aber sie hatten nichts Eiligeres zu tun gehabt, als der Deutschen Bank, Daimler, Siemens und VW für’n Appel und ein Ei hinterher zu schmeißen

Argentinien: Fabriken ohne Boss

Das arbeiterkritische Verhalten kommt bei den Staatskapitalsten nicht von Marx, sondern von Stalin:

Leo Trotzki schreibt in seinem letzen Buch „Stalin“

Einer der ersten und gewissenhaftesten Historiker der Arbeiterbewegung im Kaukasus war T. Arkomed, dessen Buch 1910 in Genf herausgekommen ist. Arkomed spricht von einem heftigen Konflikt, der im Herbst 1901 in der Tifliser Parteiorganisation über die Frage entbrannte, ob von den Arbeitern gewählte Vertreter in das Komitee aufgenommen werden sollten.

,,Dagegen trat ein junger, energischer, in allen Dingen bewanderter, aber etwas wirrer Genosse auf, der konspirative Notwendigkeiten,  die  ungenügende  Vorbereitung und das mangelnde Klassenbewusstsein der Arbeiter ins Feld führte, die gegen ihre Zulassung sprächen. Zu den anwesenden Arbeitern gewandt, beendete er hier seine Ausführungen  mit  diesen Worten: ,Man schmeichelt den Arbeitern. Ich frage euch, sind hier ein oder zwei Arbeiter, die für das Komitee in Frage kommen? Hand aufs Herz, sagt die Wahrheit!'"“


Die Kleinbürger haben getreu der Devise Stalins nichts mit den Arbeitern zu tun, überhaupt nichts. Als ich in der Veranstaltung von „Kein  Blut für Ol“ über die Zukunft der Weltwirtschaft ganz düstere Aussichten malte und dass die Vertreter der „Selbstverwalteten Betriebe“ das Heft in die Hand nehmen werden, hatten alle drei anderen Vortragenden, Dr. Werner Rügemer, Grüne Sozialsenatorin Köln, DKP-Vorstand, Bonn, mir in allem zutiefst massiv widersprochen, besonders, dass die Arbeiter sich selber verwalten könnten .

Karl Marx und Friedrich Engels; „Die Befreiung der Arbeiterklasse muss das Werk der Arbeiterklasse selbst sein."

IKarl Marx und Friedrich Engels: Zirkularbrief an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., MEW 19, S. 165, 1879)

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich denke nicht, dass der auch noch so gute Kaiser Xi, wenn der Durchschnittsgewinn nur noch bei Null Prozent auch in China steht, die Staatsmacht an die Kollektive übergeben wird, und nur das wäre Marxismus.

Aber ich lasse mich auch gerne überraschen. Marx selber sprach in Bezug der Revolution von einer möglichen reformistischen Änderung in England, aufgrund seiner vorangeschrittenen Produktivkraftentwicklung.

Vielleicht heißt ja unser heutiges England China?

»Die  [chinesischen] Bürger haben viel mehr zu sagen, wie ihr Land regiert werden soll, als jene im Westen.«'

(A. Vltchek, »Der Grund, weshalb der Westen entschlossen ist, Chinas Erfolg zu ignorieren«, 22.7.2019; online unter: einarschlereth.blog spot.com, besucht 1.11.2019.)

Im Westen haben 70% der Bürger überhaupt nichts zu sagen.
Lassen wir die Buchbesprechung ausklingen mit den Worten Wolfram Elsners. Dem ist nichts hinzuzufügen.

„In China lässt sich heute, kaum verwunderlich, eine Kulturgeschichte beobachten. Eine internationale Kriegs- und Eroberungsgeschichte hat China jal nicht.

In Zuge dessen wird auch die Jahrtausende alte konfuzianische Philosophie und Wertelehre in China wieder in Erinnerung gerufen und weiterentwickelt.

Meist dient dieser Bezug auf die eigene Geschichte als ganz praktische Orientierung für ethisches, sozialverträgliches  und  ökologisches Alltagsverhalten.“-


Wolfram Elsner: „Das chinesische Jahrhundert“, Westend Verlag

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