Das Kapital und sein Ende an einer Grafik erklärt

Norbert Nelte - 30.05.18 -Theorie

Am Anfang des Kapitalismus zur französischen Revolution gab es noch wenig Maschinen, hauptsächlich nur Arbeitermassen.
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Heute aber hat Adidas in Ansbach in Bayern ein Werk für die Laufschuhe komplett mit Robotern eingerichtet. Speedfactory: Füße heute ausgemessen, in einer Woche die Lieferung, das gibt Extraprofite. Das Pech ist nur, Puma und Nike machen das gleiche. Nun sinkt der Preis auf die vorher kalkulierten niedrigeren Kosten und die Profitrate fällt gegen Null, Profit ist der Gewinn und die Bankzinsen, also Speedkatastrophe.

Bei VW besteht ein Auto heute zu 97% aus konstantem Kapital (Roboter und alle Fremdrechnungen) und nur noch zu 3% aus Lohn, das gibt fette Extraprofite.
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Das Pech ist nur. Toyota macht das gleiche. BMW macht das gleiche. Kia macht das gleiche. Mercedes macht das gleiche. Tesla macht das gleiche. Nun fallen die Profitraten bei VW gegen Null, denn Roboter fahren keine Autos und kaufen rein gar nix.
In China wird auch schon das gleiche gemacht, Roboterhochstimmung überall.

Wir sehen oben auf dem Bild, dass insgesamt die Lohnabhängigen gegen Null zugehen. Sie sind aber die einzige Quelle des Mehrwerts, da nur der Arbeiter mehr Werte schöpfen kann, als er dem Arbeitgeber kostet. Also z.B. schöpft er Werte für 8.000 Euro, bekommt aber nur 4.000 Lohn, 4.000 Euro behält der Kapitalist.

Das konstante Kapital kann das nicht, da hat der Kapitalist, der das Halbfabrikat verkauft hatte, sich schon den Gewinn abgezogen, und 2 Mal sich den Gewinn abziehen, geht nicht, oder?

Außerdem kostet das Halbfabrikat, z.B. ein Zigarettenanzünder, für jeden Kapitalist im Durchschnitt  das Gleiche. Wo soll daher ein Gewinn kommen.'

Ich sage im Durchschnitt, denn  die Großkonzerne können bei dem Zulieferer mehr Rabatte durchsetzen, der Kleine nicht. Deshalb sieht Karl Marx zuerst das Sterben der Kleinkapitalisten.
Er schreibt im 3. Band des Kapitals:

»Die Profitrate, d.h. der verhältnismäßige Kapitalzuwachs ist vor allem wichtig für alle neuen, sich selbständig gruppierenden Kapitalableger. Und sobald die Kapitalbildung ausschließlich in die Hände einiger wenigen, fertigen Großkapitale fiele, für die die Masse des Profits die Rate aufwiegt, wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern.«

Karl Marx, "Das Kapital," Bd. 3, Fünfzehntes Kapitel. Entfaltung der innern Widersprüche des Gesetzes, II. Konflikt zwischen Ausdehnung der Produktion und Verwertung, Seite 269 (Link 10)

 

Und in der Tat ist die Profitrate von 1850 bis heute von ca. 50% bis weit unter dem Finanzmarktzins-satz gesunken.


Und dieses gegen Null steuern geschieht auch nicht zuf ällig in dem Moment, wo die kapitalistische Welt nach China nicht mehr wachsen kann.

„Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen?“ fragen Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest: "Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ MEW, Band 4, S. 468

Und da es keine neuen Märkte mehr gibt, ist der Profit bei Null angelangt.

Das wissen auch die Topwirtschaftsleute und ihr Toppersonal in der Politik. Weil die Konzerne in der Produktion keine Gewinne mehr machen, kauft die EZB deren Schuldenanleihen und die der Banken und Staaten für Null Prozent auf, also nur noch fiktives Kapital.

Gewinne machen die Konzerne noch mit dem Shareholder, indem sie mit dem geschenkten Geld von der EZB ihre eigenen Aktien aufkaufen und damit auf das Steigen der Börse wetten.

Banken kaufen ihre Schuldenpapiere von der EZB wieder auf und alle buchen die von einer Ratingagentur topgerateten Schulden jetzt als sicheres Guthaben.

Wir sehen, wir sind jetzt schon lange aus dem ersten Bild der Zusammensetzung des Kapitals hinaus und befinden uns seit 2015 irdischer Zeitenrechnung mit unserer fiktiven Welt irgendwo im Vorhof zur Hölle. Hier geht die Wirtschaft natürlich bergab, wie sollte es auch anders sein beim Höllenfürsten, während der Nachrichtensprecher Zufriedenheit ausstrahlt und eine brummende Wirtschaft verkündet. Alles nur gut bezahlte Schauspieler.



Na ja, jetzt wird der „Point Of  No Return“ wie das Amen in der Kirche kommen. Da kein Gewinn in der Produktion  mehr gemacht werden kann, ist die Investition in Deutschland und Japan schon ausgeblieben und das wird alle Länder anstecken und zum Supercrash führen.

Da es schon in 16 Länder selbstverwalteten Betriebe mit 140.000 Arbeitern gibt und dieses nach Marx der erste Schritt zum Sozialismus ist, werden uns diese auch dahin führen. Die Aussichten sind Bestens.

 

Norbert Nelte
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