Karl Marx 2018

Norbert Nelte - 03.10.2018 - Theorie

Zum 200jährigen Geburtstag wird Karl Marx zwar wieder viel häufiger gelesen als 1990, aber dennoch bleibt er für den Leser das unbekannte Wesen. 98.400.000 Zugriffe in 58 Sekunden zeigt inzwischen Google an. 2.000 waren das nur 56.000 bei 1 Minute. Unzählige Verlage, Antiquariate und Intershops bieten ihn an. Immer größere Teile der Menscheit merken, dass das so mit dem Kapitalismus nicht mehr weiter gehen kann, blicken aber auch nicht nach hinten, nach rechts, sondern suchen nach Alternativen für die Zukunft, und da kommt man um Marx nicht mehr herum.

Trotzdem bleibt er den Menschen fremd, weil sie in gar keiner revolutionären Bewegung stehen wie die 68er Bewegung. Aber auch die Altlinken wissen das kaum, da die Kernpunkte von Marx seit Stalin sehr tief verschüttet wurden. Und das Kapital, da braucht man für das Verstehen ein ganzes Leben,

Marx ist nämlich Philosoph und die Philosophen müssen jede Fetststellung von Hinten, von vorne, von rechts, links, oben und unten betrachten. Das ist in der Philosophie auch unbedingt wichtig, nur in der Ökonomie denkst Du, der kommt ja nicht auf den Punkt. Na ja, dafür haben wi ja den Engels, der macht das kurz, klar und knapp.

Dafür habe ich eine kleine Broschüre für das allgemeine Verstehen des Kapitals geschrieben mit anschaulichen Grafiken, mancher meint, dass er hiermit schon alles verstanden hätte: Norbert Nelte, „Kapital, leicht gemacht

1. Die Ziele von Karl Marx


Zuerst wollen wir aber einmal die Ziele von Marx klären. Das waren auf alle Fälle nicht die DDR, China oder die Sowjetunion, mit Diktaturen hatte er nichts am Hut, aber auch gar nichts. Aber dennoch gebrauchte er ständig die Formel „Diktatur des Proletariats“. Wie passt das zusammen?

In der „Ersten Adresse des Generalrats über den deutsch-französischen Krieg“ von 1870 schreibt Marx „Die Befreiung der Arbeiter setzt die brüderliche Vereinigung der Arbeiter und Mitwirkung der Arbeiterklasse voaus“ S. 25

Diktatur des Proletariats“ war nur der Kampfbegriff gegen das Kapital. Friedrich Engels schreibt in „Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs 1891„Wenn etwas feststeht, so ist es dies, dass unsre Partei und die Arbeiterklasse nur zur Herrschaft kommen kann unter der Form der demokratischen Repulik. Diese ist sogar die spezifische Form für die Diktatur des Proletariats, wie schon die große französische Revolution gezeigt hat" (Karl Marx/Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 22, 3. Auflage 1972 S. 235).

In seiner Einleitung zur Schrift von Marx „Der Bürgerkrieg in Frankreich“ 18.3.91 stellte Engels klar,  was Marx mit „brüderlicher Vereinigung“ meinte. „Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht Euch die Pariser Kommune an, das war die Diktatur des Proletariats“ (S. 24)

Die basisdemokratische Pariser Kommune gilt als Vorbild für die Rätedemokratie. Das war auch so, als ich 68er beispielsweise nach Portugal 1974/5 zur Nelkenrevolution fuhr. Immer war es das gleiche. In allen Arbeiterrevolutionen wurden schon automatisch Räte eingeführt und basisdemokratisch nach den gleichen 3 Prinzipien geführt.

  1. Nicht mehr als ein Facharbeiterlohn

  2. Jederzeitige Abwählbarkeit
  1. Imperatives Mandat, an die Beschlüsse der Basis gebunden.

Und diese 3 Prinzipien finden wir auch in der Kommune wieder, wie Marx selber ja auch in „Der Bürgerkrieg in Frankreich“, III. Teil, S. 7, ausdrücklich schreibt:

„1. Die Kommune bildete sich aus den durch allgemeines Stimmrecht in den verschiedenen Bezirken von Paris gewählten Stadträten. Sie waren verantwortlich und jederzeit absetzbar. Ihre Mehrzahl bestand selbstredend aus Arbeitern oder anerkannten Vertretern der Arbeiterklasse…

2. Von den Mitgliedern der Kommune an abwärts, muss der öffentliche Dienst für Arbeiterlohn besorgt werden…

3. Die Abgeordneten sollten jederzeit absetzbar und an die bestimmten Instruktionen ihrer Wähler gebunden sein…

Jawohl, meine Herren, die Kommune wollte jenes Klasseneigentum abschaffen, das die Arbeit der vielen in den Reichtum der wenigen verwandelt. Sie beabsichtigte die Enteignung der Enteigner.“

Also 1.: Marx ist Basisdemokratie, in dieser Rätedemokratie entscheidet der Wähler mehrheitlich und der Gewählte muss dies ausführen.

Aber warum hatte Marx das nicht öfters geschrieben, damit es jedem auffällt. Nun, er hatte mit so einer Brutalität und Hinterlist eines Stalins einfach nicht rechnen können.

Zu seiner Zeit, da wusste Hinz und Kunz von der Basisdemokratie der Pariser Commune und der Arbeiterräte. Es ist doch klar, wenn Arbeiter einen Betrieb besetzen, dann bestimmen sie selber basisdemokratisch, was dort gemacht wird.



Und wenn es schon mehrere Betriebe in Selbtverwaltungen gibt, dann wählen ihre gewählten Delegierten basisdemokratisch die Koordination usw. bis hin zum Stadtparlament und Bundesparlament. Die kommen doch nicht auf so eine verrückte Idee und sagen, lieber Fritz, mach doch bitte den Diktator über uns. Die Architekten, Ärzte kleine Ladenbesitzer und Juristen haben selbstverständlich auch ihre Delegierten dort vertreten, so dass 99% der Bevölkerung dort vertreten sind. Nur die 1% Coupon-Kleber können dort nicht wählen. Wenn sie aber in der Verwaltung ihres alten Betriebes wieder arbeiten, sind sie  mit dabei.

Wichtig ist nur, dass die Arbeiterklasse im Zentrum dieses Parlaments steht, weil nut das objektive Interesse der Arbeiter ist internationalistisch. Was hat der Wolfsburger VW Arbeiter davon, dass sein brasilianischer Kollege nur die Hälfte verdient? Nicht, nur ein Dumpingauto. Das objektive Interesse der Bauern und aller anderen Kleinbürger ist individuell. Aber da die Arbeiterklasse bei uns 85% der Bevölkerung beträgt, dürfte das kein Problem sein.

Ich selber war nach meinem Studium Vertrauensmann in einem Großbetrieb Ate Teves und da kamen einem die kleinbürgerlichen Studenten mit ihren Diktaturforderungen ziemlich verwirrt vor und auch brutal. Mir wurde zwei Mal einfach der Büchertisch von Maoisten abgeräumt, weil sie sich dahin stellen wollten, eben Diktatur predigen und selber ausführen.

Also zu Marx Zeiten wusste jeder, Diktatur des Proletariats meint Arbeiterrat. Sogar noch 1905 in Petrograd. Hunderte Arbeiterräte gab es in diesen revolutionären Zeiten und der bewussteste Marxist, Leo Trotzki, übernahm in der Petersburger Koordination den Vorsitz.

1917 wieder das Gleiche potenziert. Tausende Arbeiter. Soldaten- und Bauernräte im ganzen Land und Trotzki bekam wieder den Vorsitz.

Leider war die Arbeiterklasse mit 4% vor und 2,5%  nach dem Bürgerkrieg viel zu klein, als dass sie eine stabile Arbeiterregierung dort errichten konnten. Die 80% der kleinbürgerlichen Bauern forderten, nachdem sie Land von den Bolschewiken bekommen hatten, wieder einen freien Markt.


Lenin und Trotzki erhofften sich Hilfe aus Europa, besonders aus Deutschland, aber die blieb aus. Sie setzten also einmal die Wahl im Räteparlament 1922 aus, aber alle betonten im Parteivorstand, möglichst schnell wieder im Arbeiterrat zur Demokratie zurück zu kehren. Aber 1924 starb Lenin und Stalin konnte dann leicht bei so einer geringen Arbeiterklasse seine schleichende soziale und politische Konterrevolution durchführen.

Noch 1918/19 in Deutschland gab es Hunderte Arbeiterräte oder Arbeiter- und Soldatenräte, sogar eine Räterepublik in München für 4 Wochen und eine Räterepublik Bremen für eine Woche und Karl Liebknecht rief die Räterepublik in Deutschland aus.

Schau, der Ausweis für die Sanitäts-Kolonne vom DRK vom November 1918 unterschrieben vom Soldatenrat Hannover. Alle Räte sind nur der Rat von unten, von der Basis.

Das ist nicht zu verwechseln mit den Räten oben, wie bei Franco, der hat einen Branchenrat gehabt. Da saßen von jeder Branche der von allen Branchenbossen gewählte Vertreter für Francos Beraterrat.

 

Nach Stalins Verbot der Räte 1928 hatte die ganze Welt das leider vergessen. Nun können wir nicht Karl Marx die Verbrechen und die Theorieverfälschungen von Stalin anlasten, aber das wird auch immer weniger getan und es wird versucht, wieder den authentischen Marx zu lesen (Siehe: Gregor Gysy: Vortrag über Karl Marx in der Universität Trier) . Ich schlage unbedingt dann vor, mit der Schrift „Der Bürgerkrieg in Frankreich“ als erstes anzufangen, damit man gleich sehen kann, wo er steht, was er will.

2.  Marxistische Theorien

Keine einzige Theorie von Stalin oder der DDR stimmt mit Marx überein. Gleich 1924 nach Lenins Tod verkündete Stalin die Formel des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande. Dass alle das mitgemacht haben, zeigt, dass alle wichtigen Lehrlinge von Lenin den Marxismus nicht kannten und schon gar nicht verstanden. Kamenev, Sinoviev, Bucharin, Sverdlow, Dzershinsky, Pjatakov, Sokolnikov, die Kollontai, niemand.

Lenin schreibt in seinem politischen Testament einen schwer verständlichen Satz: „Bucharin ist nicht   nur   der   wertvollste   und   stärkste   Theoretiker   der   Partei, sondern kann auch ganz offen als ihr Favorit betrachtet werden. Trotzdem   dürfen   seine   theoretischen  Ansichten   nur   mit   dem größten Zweifel als völlig marxistisch angesehen werden, denn es steckt in ihm ein Stück von einem Scholastiker, und er hat nie die Dialektik gelernt (Ich glaube, er hat sie niemals ganz verstanden).“

Dieser Satz ist nur zu verstehen, wenn man eben weiß, dass alle seine Nachfolger den Marxismus eigentlich nicht wirklich verstanden, nur die Trotzkisten, und da Trotzki selber es ablehnte Generalsekretär und Staatschef zu werden (Mein Leben), blieb ihm nur diese eigentlich hilflose Formel.
Alle, außer Trotzki und seine Anhänger kannten auch nicht die Marx/Engelsformel über die permanente Revolution, und dachten, sie sei nur von Trotzki.

2. Marx ist Revolution in Permanenz bis zur Welträteunion.

1928 schuf eben Stalin die basisdemokratischen Arbeiterräte ab, obwohl Lenin dies ins Zentrum der Revolution stellte. Unter Aufgaben der Partei sieht er in seinen Aprilthesen 1917 unter „2. Stellung zum Staat und unsere Forderung eines "Kommunestaates",  Das heißt eines Staates, nach dem Vorbild der Pariser Kommune.“ Haben alle außer Trotzki vergessen oder verdrängt.

Stalin ließ von Dimitrov die Theorie der Volksfront entwickeln, das heißt, einer gemeinsamen Regierung entweder mit den bürgerlichen Sozialdemokraten oder Liberalen. Das hat nun überhaupt nichts mit Marxismus zu tun, sondern ist Verrat an der Arbeiterklasse. Die „Volksfront“-Regierung bremst nur die Arbeiterkämpfe gegen den Faschismus aus und rettet damit den Kapitalismus.

1923 in Sachsen bildete die KPD bei Kenntnis Lenins dennoch zwar nur eine Landesreugierung, aber das war schon mehr ein Kompromiss mit der USPD.

Trotzki schreibt »Dadurch, dass die Volksfront sich die Aufgabe stellte, das kapitalistische Regime zu retten, weihte sie sich der militärischen Niederlage. Den Bolschewismus auf den Kopf stellend, spielte Stalin mit vollem Erfolg die Rolle des Haupttotengräbers der Revolution.«
(Leo Trotzki: "Spanische Lehren", Dezember 1937 in "Revolution und Bürgerkrieg in Spanien 1931-39", isp-Verlag, Frankfurt 1986, Band 2, Seite 309)
Nur mit der Einheitsfront im gemeinsamen Kampf aller Arbeiter können wir die Ideen von Marx an alle Nichtmitglieder weiter geben, Freiheit bei der Agitation ist natürlich Vorausetzung. In einer gemeinsamen Regierung bist Du bei Reden im Wesentlichen gezwungen, Dich an den Regierungskompromiss zu halten, in der Einheitsfront aber is5t die Partei bei Flugblättern und bei Reden frei, den Marxismus zu propagieren, deshalb

3. Marx ist Einheitsfront

Bei Stalin gab es die Zwangskollektivierung.

 „Die Parteikonferenz der SED im Juni 1952 hat beschlossenen „Aufbau des Sozialismus“ auf dem Lande und der damit einhergehenden „Vergenossenschaftlichung“ aller Produk­tionsmittel richtete. Schließlich sollte nach dem Willen der Partei- und Staatsführung der gesamte bäuerliche Grund und Boden unter „Wahrung der unbedingten Freiwilligkeit“ in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG / LPGen) zusam­mengeführt und somit „vergenossenschaftlicht“ werden. Außerdem sollten die Bauern und Landarbeiter jenen LPGen beitreten. Nicht eben wenige Landwirte folgten diesem Aufruf, gründeten freiwillig Produktionsgenossenschaften und arbeiteten fortan als li­nientreue Genossenschaftsbauern. Ein Großteil der Landbevölkerung jedoch setzte sich gegen die geforderte Sozialisierung auf vielfältige Art und Weise zur Wehr.“'

(Stefan Finger Widerstand gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR 1952-1961 Examensarbeit, 1999)

Marx ist aber weit entfernt von jedem Zwang gegen die Arbeiter und die kleinen Kleinbürger. Es bringt auch überhaupt nichts, alle Eselskarren zu verstaatlichen. Marx sah in seinen Büchern die großen Betrieben im Vorteil gegenüber den kleinen. Das gilt natürlich auch für die Landwirtschaft

Wir Marxisten arbeiten mit Vorbildern. Z.B. bei von Landarbeitern besetzten Großgrundbesitzen zahlt der Arbeiterstaat dann natürlich einen Lohn wie allen Arbeitern eine gute Rente und üblichen Urlaub. Allein das wird für viele Bauern ein Anreiz bieten, den kollektiven Betrieben mit ihrem Hof und Acker freiwillig beizutreten. Die Löhne gehen natürlich nur so auseinander, wie z.B. Lenin das vorschlug: Hilfsarbeiter 80%, Facharbeiter 100%, Studierte 120%, mehr nicht. Nach einer Generation, nachdem der Staat Schule und Universität die Ausbildung bezahlt hat, wird es einen gleichen Lohn für alle dann geben.

„Schließlich hatte Marx daran geglaubt, dass sich die Bauern von selbst und aus eigener und freier Einsicht von ihren Unterdrückern befreien würden.“ (Ebda)

4- Marx ist Freiwilligkeit
statt Zwangskollektivierung.

Bei Stalin herrschte das Leistungsprinzp. Sozialistischer Wettbewerb hieß das. Raboti, Raboti - arbeite, arbeite – schaffe, schaffe. „Ausgehend von der 1935 einsetzenden Stachanow-Bewegung[1] wurde das Leistungsprinzip in der sowjetischen Verfassung von 1936 („Stalin-Verfassung“) festgeschrieben:[2] Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. In der UdSSR gilt der Grundsatz des Sozialismus: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung (Wiki)

Bei Max heißt der Grundsatz für das kommunistische System Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen! Im Kommunismus gibt es überhaupt kein Zwang mehr, kein Geld, jeder kann alles haben. Kein Verbrechen mehr, keine Grenzen, keine Kriege und kein Profit.

Im  Sozialismus zielt das also schon dahin. Mit Leistungsprinzip hat das gar nichts zu und was die Ehre da zu tun hat, das stammt wahrscheinlich von den Türken ab. Am Ende des Sozialismus sind schon alle Löhne gleich. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Will Stalin tatsächlich die Menschen verhungern lassen? Manch einer ist noch vom Kapitalismus traumatisiert.

Tony Cliff schreibt in „Staatskapitalismus“, 1. Kap, Die sozio-ökonomischen Verhältnisse im stalinistischen Russland

 „Der britische Arbeiter, der vom Standpunkt seiner Interessen danach strebt, alle Bemühungen zur Beschleunigung des Arbeitstempos zu durchkreuzen, würde sie (die Stachanows) wahrscheinlich Streikbrecher nennen“, [44] schrieb Maynard. Dieser Meinung waren die russischen Arbeiter sicher auch, wie zahlreiche Fälle von „Sabotage“ oder sogar Morde an Stachanows durch Arbeiter zeigen. [45] Manchmal sind stalinistische Schreiber sogar unverfroren genug, um die Parallelen zwischen dem Stachanow-System und der verfeinertsten Methode der kapitalistischen Ausbeutung, dem Taylor-System, aufzuzeigen. So findet sich z.B. in einem Handbuch für höhere Lehranstalten der Petroleumindustrie folgende Bemerkung:

„Die Ansichten und Methoden von Taylor auf dem Gebiet der wachsenden Anwendung von Arbeitsrationalisierungsverfahren sind unbedingt fortschrittlich. [46]

Man sollte diesen Satz vergleichen mit Lenins Charakterisierung des Taylor-Svstems als „Versklavung des Menschen durch die Maschine“.
[47]

Marx schreibt:

 „In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“

 (Karl Marx: Kritik des Gothaer Programms, S.17, Marxismus-Bilderbuch)

5. Marx ist, jedem das gleiche, und später dann das, was er will.
Stalin macht den Menschen Glauben, dass sie schon Sozialismus leben würden. Lenin aber schrieb: »Wir setzten bei unserem Vorgehen immer auf eine internationale Revolution, und das war unbedingt richtig ... wir betonten immer ... dass es unmöglich ist, in einem Land ein Werk wie die sozialistische Revolution zu vollenden ...«

(Lenin, Werke, Bd.27, S.421. 6. November 1920, Lenin, Werke, russisch, 3. Auflage, Vol. XXV, pp.473-474.Vom  Verfasser  hervorgehoben.  Der  hervorgehobene  Satz  wurde  in  der  4.  Auflage  der  Werke  Lenins  im Russischen gestrichen. Vgl. Vol. XXXI, p.370. Anmerkung  der  Übersetzer:  In  der  Ostberliner  Dietz-Ausgabe  der  Ges.  Werke  1960  fehlt  der  von  Cliff hervorgehobene Halbsatz ebenfalls. Vgl. Lenin, Werke, Bd.31, S.421-422.).´

       6. Marx ist realistische Wissenschaft, keine Angeber Fälschungen

Fälschen tun die Stalinisten bei Lenin auch, was ihnen nicht in den Kram passte. Sie nennen sich Marcxisten-Leninisten, also alles nur gefälscht. So könnten wir ellenlang fortfahren. Lenin verbot die Gefängnisarbeit, Stalin führte sie hundertfach ein. Lenin legte das Schwergewicht bei der Produktion auf den Konsum (Konsum 2/3, Investitionen 1/3), Stalin machte es umgekehrt (Konsum 1/3, Investitionen 2/3). Also Du siehst lieber Leser, Du musst Marx neu denken, sonst kannst Du ihn nie mehr lesen.

Der wichtigste Schwerpunkt in Marx ist von den die Säulen  eben der Philosophie und dem Klassenkampf die Ökonomie. Ich würde sagen, ohne die Ökonomie zu verstehen, hat man Nichts von ihm verstanden. Deshalb will ich noch einmal dringend auf meine Broschüre hinweisen. Norbert Nelte, „Kapital, leicht gemacht

Ich habe Ökonomie studiert und konnte deshalb die Logik von Marx im Kapital etwas moderner und eingängiger mit Grafiken darstellen. Bei den andren Linken haben nur wenige das richtig verstanden und Du siehst jetzt, wo der Kapitalismus am Ende steht, er hat vielleicht noch ein Jahr, dann kommt die Barbarei, dass die Ex-Linken die Pläne von Merkel, Soros und dem tiefen Staat gar nicht durchschauen.
Marx21 hatte z.B. noch vor einem halben Jahr geschrieben, die durchschnittliche Profitrate sei in der Produktion nach IWF (beim Feind!) noch bei 12%,  also es würde noch lange so gehen und kuschelt ei den Linken und mit Merkel rum, auch SAV und andere Linke.

Sie merken gar nicht, dass sie mit den Flüchtlingen ihre Mörder reingeholt haben. Realistische Schätzungen gehen schon bis 400.000 ISIS Terroristen mit Waffenlagern, der Geheimarmee der USA. Die polizeiliche Statistik der Ausländerkriminalität ist in 2006 von 7,5% 2017 auf 30,0% gestiegen (Deutsche Kriminalität um 10,0%). Seriöse Meinungen gehen schon so weit, dass sie sagen, es gibt gar keine Linke mehr.'

Bei der UN gab 2001 den Plan des Bevolkerungsersatzes wegen der deutschen Vergreisung. Epochtimes: „2001 ging die UNO weiter und empfahl in ihrem Bericht zum „Bevölkerungsersatz“ (Replacement Migration/ deutsche Übersetzung auch: Nachfolger-Migration, Ersetzungs-Migration“, Ersatz-imigratin.

Der Geostratege Thomas P.M Barett, Berater von Rumsfield, spricht von Bevölkerungsmischung für die Weltdiktatur. "Die sich gegen die Imigration wehren, werden getötet."

Also, wie komme ich auf die „Schnapsidee“, der Kapitalismus sei zu Ende. Das lässt sich sehr einfach an der Grafik ohne Zahlen zeigen, an der technischen Zusammensetzung des Kapitals bei den Waren.

3. Die Ökonomie von Karl Marx

Du hast unten den Lohn und oben alle Fremdrechnungen oder nach Marx das konstante Kapital. Links ist das Jahr 1800, in dem es noch kaum Maschinen gegeben hat. Und Rechts das Jahr 2018, in dem alle Autofabriken zu 97% mit Robotern und nur zu 3% mit Lohn an Stellen wie die Qualitätskotrolle, wo Roboter noch zu aufwendig sind. Adidas und Nike haben ganze Fabriken, wo sie die Freizeitschuhe sogar individuell auf Bestellung nur mit Robotern herstelle. Die Bundesbahn will statt der Lokführer in Zukunft nur noch mit Robotern fahren.

Der Lohn ist aber die einzige Quelle des Mehrwerts. Nur der Mensch konnte für den Kapitalisten mehr Wertschöpfung herstellen, als er für den Kapitalisten an Lohn gekostet hat.

Die Fremdrechnungen dagegen sind im Durchschnitt für alle Kapitalisten gleich. Die supergroßen Konzerne können natürlich den Preis drücken, dafür die Kleinen mehr. Es gibt daher bei den Großen mehr, die im Konkurrenzkampf überleben, da diese auch bei dem konstantem Kapital Sonderprofite machen, dafür gibt es bei den Kleinen mehr Pleiten, da sie bei C mehr Sonderverluste fahren.

Nun etwas genauer. Marx teilt den Warenwert ein in das vom Kapitalisten vorgeschossene durchschnittliche Kapital für das konstante Kapital c (Alle Fremdrechnungen) und für die Löhne v, aber nur den Anteil, der in diese Ware eingeflossen ist. Hinzu kommt noch der von dem Arbeiter über seinen Lohn hinaus produzierte Mehrwert m.

Also alle Anteile sind vom Arbeiter produziert. Wenn es gerecht zugehen würde, dürfte der Kapitalist nur den Zins für das wirklich vorgeschossene Kapital bekommen und gut wär’s.

Die Kapitalisten aber sagen, ich habe mit dem Lohn dir das Recht auf deinem hergestellten Produkt abgekauft und damit Basta. Wir können da nur feststellen, dass das ein Gangsterrecht ist, dass den Obergangstern erlaubt, 85% der Menschen als Mietsklaven zu nehmen, schlimmer als die Mafia.
Wir weichen vorerst der Gewalt und entwickeln den Gedanken von Marx weiter.

Also angenommen es gibt noch keine Maschinen und der Kapitalist würde den Verkaufswert der Ware teilen dann hätten wir eine Profitrate von 100 m/0 c + !00 v = 100%. p’ Nun gibt Marx c dazu und macht eine ganz simple Rechnung auf. Als der Landarbeiter das Produkt noch selber machte, da bekam er noch alle 200, aber Kapital oder einen Kapitalgeber hatte er nicht. Marx addiert xjetzt c dazu und beobachtet die Entwicklung der Profitrate.

„Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehen, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C. Ist die Mehrwertsrate [m/v] 100%:

Wenn c =   50,

V = 100,

so ist p´ = 100/150 = 662/3%.

Wenn c = 100,

V = 100,

so ist p´ = 100/200 = 50%.

Wenn c = 200

V = 100,

so ist p´ = 100/300 = 331/3%.

Wenn c = 300

V = 100,

so ist p´ = 100/400 = 25%.

Wenn c = 400

V = 100,

so ist p´ = 100/500 = 20%.

Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst.

(Karl Marx, Kapital, 3. Band, Dritter Abschnitt, Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate,  DREIZEHNTES KAPITEL, Das Gesetz als solches, S. 221.)

Für jeden erfahren Marx Leser ist das ganz klar, je höhver der Kapitalanteil, je mehr Rationalisierung, umso niedriger die Profitrate: Für den Mr. Normalo aber sind das alles nur Hütchenspielertricks.

Bei mir war der Junge-Union Vositzende von Köln als Essensanreicher. Ich wollte ihm das erklären, dass man mit dem rationalisieren, der Erhöhung von c und Verminderung von v nur die Profitrate sinkt. Der Profit muss übrigens für den Gewinn und die Bankzinsen abdecken.

Das schlaue Kerlchen wusste sofort die Lösung dazu. Ja, ganz einfach, noch mal zu optimieren. So denkt auch jeder Betriebswirt. Nachdem sie rationalisiert haben, schalten sie das Denken einfach ab, fertig.

Aber da fangen die Probleme erst an. Solange nur ein Kapitalist rie Rationalidierung vorgenommen hat, macht er in der Tat Riesengewinne. Das ist aber nur bei Geheimverfahren, die auch mit dem Patent geheim bleiben. Patente sind in Deutschland nach 20 Jahren abgelaufen. Dann können alle das nachbauen.

Wenn nun die wichtigsten Konzerne ebenfalls die Rationalisierung vorgenommen haben purzeln die Preise nach unten bis zu dem Wert, der bei der Rationalisierung als niedrigere Kosten errechnet wurden plus dem Mehrwert, der den geringeren Löhne entspricht Wir alle kennen das Beispiel mit den Radios. In den 60er habe ich für gutes Radio noch 300/400 DM bezahlt. Heute ist das gratis auf Deiner Browserleiste oder in der Uhr mit dabei.

,Hier ein grafisches Beispiel.

Alle Kapitalisten arbeiten mit seinem konstantern Kapital c von 100 € und mit 120 € Lohn. Dabei werden 120 € Mehrwert generiert, alle machen noch eine gute Profitrate von 120/(100+120) = 54,5%.

Aber dem Herrn Nimmersatt reicht das nicht mehr und kauft neue Maschinen, so dass die pro Ware 150 € kosten. Er spart dabei aber pro Wareneinheit 80 € Lohn ein, so dass er nur noch 40 € Lohn zahlt. Sein Kalkulator sagt ihm, dass er jetzt nur noch 180 € zahlen braucht bei dem alten Preis 100 + 120 +120 = 340 €. Das wären eine sagenhafte Profitrate von 79%.

Während er noch vor lauter Vorfreude die Hände reibt, kommt sein Prokurist ganz käseweiß zur Tür rein und berichtet, dass alle Konkurrenten die gleiche Rationalisierung  vorgenommen haben und sie müssten jetzt mit  dem Preis runter. Wie viel, weiß er noch nicht…

…Aber wissen es und könnten es ihm sagen. Und zwar sein niedrigeres errechnetes Kapital, das waren 150 € c und 40  € v und den gleichen Betrag noch mal für m = 40 %€ sind Summa summarum 230 € bei v + c 190 € Kapital bzw. durchschnittliche Kosten. Das ist ja nur noch eine Profitrate von 21%m, meint später der Kalkulator. Tja, hättet ihr vorher Marx gelesen, Meint der Nimmersatt junior. Aber, dann funktioniert das doch mit der Konkurrenz nicht mehr. Tja, sagt junior, Kapitalismus ist wie alle Herrschaftsgesellschaften ein Motor mit eingebautem End. Seid froh, dass ihr nicht durchschnittlich nur noch 1% Profit habt wie in  2018, da sind noch 80 Jahre hin.

In der Tat ist die Profitrate tendenziell gefallen, wie Marx das genial voraussagte, seine größte Jahrtausend Entdeckung, deshalb gehören auch das „Das Kommunistische Manifest und der erste Band des "Kapitals" von Karl Marx und Fiedrich Engels jetzt zum Weltkulturerbe der Unesco.“.

Inzwischen 2018 beträgt die durchschnittliche Profitrate im produzierenden Gewerbe nur noch weniger als 1%. Auch nach Blackrock betragen die durchschnittlichen Gewinne in der Produktion 1%. Im Finanzbereich liegen sie auch nur bei 4%.

4. Klassenkampf

Marx wollte es sich nicht vorstellen, dass der Kapitalismus erst an seinem bitteren Ende eingeht. Er rechnete auf alle Fälle vorher mit den Revolutionen der Arbeiterklasse. Und bis 1924 lief das ja auch in diese Richtung. Aber dann kam der Jahrhundertverrat von Stalin und nichts lief mehr.

Nach 1945 brachten die Kriege in Korea 1953 und Vietnam 1985 gute Aufschwünge für die Arbeiter in US-Amerika bis 1972, aber in Deutschland bis 1982. Nach dem Korea-Krieg 1914 stieg die Wirtschaft in Deutschland um 13%. Seitdem stagnieren die Löhne und die Akkumulationsrate stieg steil an. Seit 2001 schrumpfen sie gar. Die gegenläufige Tendenz zum Fall der Profitrate im Rüstungskapitalismus gab es in diesem Umfang in Marx’ Zeiten noch gar nicht und konnte daher von ihm noch nicht untersucht werden. So gibt es 2018 dieses Scheiß System immer noch, bis zum bitteren Ende.

Wenn nur noch die großen Konzerne im Durchschnitt von den Profiten lohnend existieren können, für „die die Masse des Profits die Rate aufwiegt wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern.«
Karl Marx, "Das Kapital," Bd. 3, Seite 269.

Also er sieht hier nur ein sanftes Einschlummern.

Bei Rosa Luxemburg; die auch auf Marschen Analyse aufbaut, beschäftigt sich intensiver mit dem Ende, da sie ernsthafterer sagt „Ohne Zusammenbruch des Kapitalismus ist die Expropriation der Kapitalistenklasse unmöglich“ (Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution, S. 42)

In der Antikritik, S. 26, führt sie aus: „Durch diesen Prozess bereitet das Kapital aber in zweifacher Weise seinen Untergang vor.   Indem es einerseits durch seine Ausdehnung auf Kosten aller nichtkapitalistischen Produktionsformen auf den Moment lossteuert, wo die gesamte Menschheit in der Tat lediglich aus Kapitalisten und Lohnproletariern besteht und wo deshalb eben weitere Ausdehnung, also  Akkumulation unmöglich wird. Zugleich verschärft es, im Maße wie diese Tendenz sich durchsetzt, die Klassengegensätze, die internationale wirtschaftliche und politische Anarchie derart, dass es, lange bevor die letzte Konsequenz der ökonomischen Entwicklung – die absolute ungeteilte Herrschaft der kapitalistischen Produktion in der Welt erreicht   ist, die die Rebellion des internationalen Proletariats gegen das Bestehen der Kapitalherrschaft herbeiführen muss.“

Wenn alle nichtkapitalistischen Sphären kapitalisiert sind, dann bricht der Kapitalismus zusammen. Schon die Tendenz zu diesem Endziel  der kapitalistischen Entwicklung,“ sagt sie, „äußert sich in Formen, die die Schlussphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen  gestalten.“ (Rosa Luxemburg: Antikritik, S. 361, PDF 219)

Dieses Schlussscenario erleben wir gerade Life. Seit China als letztes Land kapitalisiert wurde, haben wir ununterbrochen Kriege, ununterbrochenen CIA gesteuerten Terror, ununterbrochenes Auseindergehen der Einkommensschere, Weltweite Spitzenarbeitslosigkeit. Weltweite Wirtschaftsschrumpfung und Ein Crash nach dem an anderen.

Im 2. Band in der erweiterten Reproduktion stellt Marx fest, dass in normalen Zeiten die Überproduktion im Produktionssektor stattfindet. Unter der Annahme, dass II kaum neue Maschinen mehr kauft:

 „Es fände also relative Überproduktion in I [Produktionsmittelsektor] statt, entsprechend dieser gleichzeitigen Nichterweiterung der Reproduktion auf Seite II.“ (Kapital 2. Band, S. 513)
Aber bei dieser Feststellung war er schwerkrank.'

Luxemburg schrieb auf S 31 ihrer Antikritik: „Zwar schien dieser letzte Abschnitt des Bandes, nach dem Engelsschen Zeugnis, Marx selbst »einer Umarbeitung dringend bedürftig« und ist nach demselben Zeugnis »nur eine vorläufige Behandlung des Gegenstandes«  geblieben“. Das waren eben nur Notizen, er fand keine Zeit mehr, das Buch auszuarbeiten.

Friedrich Engels schrieb in einem Brief an Victor Adler am 16.3.1895 zum Abschnitt III.# „Abschnitt III ist eine ganz ausgezeichnete Darstellung des Kreislaufs von Waren und Geld in der kapitalistischen Gesellschaft – ausgezeichnet dem Inhalt nach, aber furchtbar schwerfällig der Form nach, weil 1. zusammengeflickt nach zwei verschiedenen Methoden verfahren, und 2. weil Bearbeitung Nr. 2.  einem Krankheitszustand gewaltsam zu Ende geführt wurde, wo das Hirn an chronischer Schlaflosigkeit litt.“

Luxemburg aber geht nun zurecht davon aus, dass die Überproduktion normal im Konsumsektor stattfindet. Aber am Ende wird überall kaum mehr investiert. In dem Moment, wo der Produktionsmittelsektor auf Grund von weniger Investitionen schneller sinkt als die Löhne, wird die Überproduktion im Produktionsmittelsektor stattfinden, und diese Überproduktion ist nicht mehr auf den Konsumsektor übertragbar. Das findet aber nur am Ende des Kapitalismus statt.




Rosa Luxemburg schreibt:

„wo das Marxsche chema der erweiterten Reproduk‎tion der Wirklichk‎eit entspricht, zeigt es den Ausgang, die historische Schrank‎e der Ak‎k‎umulationsbewegungn, also das Ende der k‎apitalistischen Produk‎tion.“


(Rosa Luxemburg: Die Schlussperiode des Kapitalismus) S. 4)

Also, Rosa Luxemburg sah auch am Ende des Kapitalismus die Überproduktion im Produktionsmittelsektor entstehen und dies kommt zu einem Riesencrash. Jeder Arbeitsplatz, der im Produktionsmittelsektor verloren geht, reißt 7 weitere im Konsumsektor mit. 2008 hatten eir schon den 1, Point of no Return. Alle Länder der Welt brachen um 5 bis 7% ein. Die südeuropäischen Länder haben sich bis heute noch nicht sich davon erholt.

Inzwischen haben sich auch die Staatsschulden mehr als verdoppelt und mit allen Privatschulden verdreifacht, die Derivate vervielfacht,  die Statistikfälschungen auf alle Länder angewandt. Die 10jährige Krise ist schon lange überfällig.
Aber Marx war schlauer, er wusste, dass, wenn das Kapital in eine schwere Krise ohne Ausweg geraten wird, der Klassenkampf so stark geführt wird, dass die Bourgeoisie und besonders ihre Ideologen zur Arbeiterklasse übergehen. Marx und Engels schreiben im Kommunistischen Manifest:

„In Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nähert, nimmt der Auflösungsprozess innerhalb der herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft, einen so heftigen, so grellen  Charakter an, dass ein kleiner Teil der herrschenden Klasse sich  von ihr lossagt und sich  der revolutionären Klasse anschließt, der Klasse, welche die Zukunft in ihren Händen trägt. Wie daher früher ein Teil des Adels zur Bourgeoisie überging, so geht   jetzt   ein   Teil   der   Bourgeoisie   zum   Proletariat   über,   und namentlich   ein   Teil   der   Bourgeoisideologen,   welche   zum theoretischen  Verständnis   der  ganzen  geschichtlichen   Bewegung sich hinaufgearbeitet haben.“

Und dieser Klassenkampf hat mit aller Wucht schon begonnen. In Argentinien ist schon der 4. Generalstreik wegen den Sozialkürzungen tn diesem Jahr gelaufen. 50% beträgt die Inflation schon.

Macri wollte eine vorzeitige Ausgabe des alten Kreditteils vom IWF: Dieser verlangte noch mehr Sozialkürzungen. Das wollte aber der Zentralbankchef Luis Caputo nicht er ist zurückgetreten. Zehntausende Menschen protestieren gegen die Sparvorgaben des IWF.

So, wie die revolutionäre 68-Bewgung in Europa sich auf Südamerika übertragen hatte, wird auch der revolutionäre Klassenkampf in Südamerika auf Europa übertragen werden, und auf Mittel- und Nordamerika, Asien, Afrika und Australien.

Norbert Nelte

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