Der letzte Versuch in Fukushima

Norbert Nelte - 11.10.13 - Staat

Auf dem Dach in 30 Meter Höhe der Ruine des ehemaligen Atomkraftwerkes Nr. 4 in Fukushima ist das Abklingbecken  postiert mit 1.500 Brennstäben. Sie hat man vor 2,5 Jahren aus dem Reaktor entnommen, nicht weil sie abgebrannt wären und ihre einjährige Abklingzeit reif wäre, nein, sondern weil im Reaktorblock sich überall Ritzen auftaten, das Wasser auslief und eine endgültige Kernschmelze der Brennstäbe drohte.

Nun sind in dem Abklingbecken auch überall Ritzen aufgetreten und die Ruine neigt sich einen Meter zur Seite, weil der Untergrund voll mit dem überall auslaufenden kontaminierten Wasser gesogen ist. 1.000 Wasserbehälter wurden auf dem Gelände aufgestellt, die das kontaminierte Wasser aus allen 4 zerstörten Reaktorblöcken auffangen sollte, aber die jetzt ebenfalls leck sind.

Die Betreiberfirma dieses ganzen Chaos Tepco (Tokio electric power companie) hatte schon ganz professionell mit einfachen Eisenstäben geübt, dass sie die Brennstäbe mit der Hand umsetzen kann. Brennstäbe mit der Hand, professionell, nicht wahr? Jedenfalls hatte die Regierung Shinzo Abe nach 2,5 Jahren das auch schon erkannt, dass Tepco alles nur noch viel schlimmer macht und macht das Management der Rettungsaktion endlich selber. Wunderbar, sollt man denken, aber zu spät.

Das hatte Ministerpräsident Shinzo Abe auch gemerkt und rief am Sonntag, den 6.10.2013, als letzten Versuch die internationale Weltgemeinschaft um Hilfe auf. Nur um auf die Atombombe zurückgreifen zu können, hatte die Samurai Elite diesen Wahnsinn durchgepowert.

Endlich ist Schluss damit und die Fachleute stürmen jetzt nach Fukushima und bringen alles wieder ins Lot, sie reißen sich förmlich um die Rettung. Wirklich?

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null“ sagt der deutsche Experte und Physiker Sebastian Pfugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.. Es gäbe nur eine Handvoll Leute, die das Problem hätten lösen können, „Diese Leute verhalten sich jetzt ganz ruhig und ducken sich weg“ sagt er in den “Deutschen Wirtschafts Nachrichten“, da inzwischen jede Rettung unmöglich sei, alles ist zu spät. Mit Gummistiefeln im Matsch rumrobben und sich Krebs holen, will niemand mehr. Er selber fahre zwar nach Fukushima, aber ohne große Hoffnung, dass er noch was tun könne.

Amerikanische Zeitungen berichten schon, dass „vor der Küste Kaliforniens bereits Thunfische gefangen wurden, die nachweisbar durch radioaktiven Fallout aus Fukushima verstrahlt wurden.“ Das wird die Zukunft des ganzen Pazifiks und ganz Südostasiens sein. Egal, ob der Block 4 beim nächsten Taifun umgeblasen wird oder die Ruine langsam im Matsch versinkt, werden die Brennstäbe wie beim Mikadospiel auf dem Gelände verteilt, den anderen 11.000 Brennstäben das Wasser verdampfen und zusammen so viel Radioaktivität freisetzen wie 15.000 mal die Hiroshima-Bombe oder 85 mal Tschernobyl. Es könnte sogar eine Explosion erfolgen.

Nun sehen wir wieder, wohin uns der Profit bringt. Es ist nicht das Monster Mensch, wie viele glauben, denn bei den Stammesgesellschaften in der Urzeit oder auch heute bei den brasilianischen Urwaldindianern kommt diese Überheblichkeit nicht vor

Nur die Profitmöglichkeit für Tepco und seine korrupten Politiker bringt uns diesen Irrsinn. De Japaner werden jetzt wie die Juden im 3. Jahrhundert über die ganze Welt sich flüchten, und vielleicht wird Düsseldorf die 5. Millionenstadt in Deutschland, jedenfalls heißen wir sie herzlich willkommen. In Japan selber, zumindest in Nordjapan, wird kein Leben mehr möglich sein.

Das wird dann aber die letzte Möglichkeit für den Mensch. Noch einmal sehenden Auges in die Katastrophe zu schlittern, wird mit dem Untergang des Menschen bestraft. Das heißt, das die Menschheit schnell raus muss aus den Atommonstern und da die Kapitalisten das partout nicht wollen, sie bräuchten den Krebsproduzenten unbedingt zur Abschreckung mit der Atombombe, raus aus dem Profit, raus, raus, raus.

Norbert Nelte
Verfolge den Fortgang des Kapitalismuscrashs im Krisenticker.

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