Fukushima: Wo, bitte schön, ist hier die Steckdose für das Kühlsystem?

Norbert Nelte - 24.03.11 - Staat

Die japanische Regierung verheimlicht immer noch die wirkliche Gefahr von dem zerstörten Werk in Fukushima I. Alle Kühlsysteme aller sechs Reaktoren sind schon teils teilweise für Tage ausgefallen und bei drei Reaktoren gab es bereits außerhalb des Druckbehälters eine Wasserstoffexplosion. Die schweren Betondecken krachten auf die Druckbehälter mit ihren Zu- und Ableitungen für die Kühlsysteme und die ganzen Reaktoren wurden verwüstet.

In den Abklingbecken der Reaktoren von Fukushima I lagern derzeit 3.726 abgebrannte Brennstäbe: I =292 Brennstäbe, I = 471 Brennstäbe, III = 514 Brennstäbe, IV = 783 Brennstäbe, V = 826 Brennstäbe, VI = 876 Brennstäbe. Das ist eine Riesemenge und sie lagen alle zeitweise inzwischen ohne Wasser da, weil auch hier die Kühlung ohne Strom ausgefallen ist. So brannten sie in die Abklingbecken große Ritzen ein. Das Wasser, das die Hubschrauber und Feuerwehren nachgefüllt haben, konnte somit gleich weiter in das Grundwasser fließen. Die Brennelemente kommen mit einer durch die Zerfallswärme entstehenden Temperatur von über 100 °C aus dem Reaktor ins Abklingbecken.

In Philippsburg z.B. sind 2 m Wasser über den Stäben vorgeschrieben, damit die Reststrahlung abgehalten wird und die Stäbe gekühlt werden. Und in Fukushima liegen sie frei. Es gelangt also reichlich Tritium, Cäsium und Strontium ins Grundwasser und kontaminiert die Helden. Ohne Nachfüllen der Becken geraten die Stäbe in Brand und setzen Radioaktivität in größeren Mengen frei.

Der Ausfall der 6 Kühlsysteme hat schon zur Kernschmelze geführt. Wenn im Reaktor 5 und 6 die Kühlsysteme wieder in der Tat an das Stromnetz angeschlossen wurden, konnte das Durchschmelzen des Duckbehälters, der Super-Gau vielleicht verhindert und diese Havarie wie in Three Mile Island auf das Kernkraftwerk begrenzt werden. Was aber ist mit den anderen vier? Wie schnell nach den Kernschmelzen der Brennstäbe der Druckbehälter durchgeschmolzen? Die Brennstäbe sind nach dem Ausfall der Kühlung immerhin 2.000 bis 10.000 Grad heiß, auch nach der Abstellung, sie waren schon seit 10 Tagen ohne Kühlung, da kann man nur vermuten, dass der Super-Gau schon längst Realität ist, das vermuten auch schon zahlreiche Fachleute, mit Hysterie hat das gewiss nichts zu tun.

Der Regierung ist bewusst, dass wenn sie den Super-Gau bekannt geben würde, sich 50 Millionen Japaner in den Süden nach Osaka aufmachen werden und ein Chaos ausbrechen wird, also wird die Regierung alles verheimlichen.

Block 3 und 4 sind nun total zerstört. Zum wiederholten mal Rauch über III und Dampf über II. Alle Arbeiter mussten abgezogen werden aber Zuversicht.

160 mikrosiwat wurden gemessen, wobei die natürliche Strahlung 0,1 beträgt, 400 mal mehr Radioaktivität in der Umgebung wurden festgestellt. In Tokio ist die Strahlung am 23.3. um das 10fache gestiegen, Säuglinge dürfen kein Leitungswasser in Tokio mehr trinken. Immer stärker wird von Fachleuten ein baldiger Super-Gau vermutet, aber es ist nach all diesen Szenarien, dem schwarzen Rauch am Reaktor 3 und dem vollständigen Abzug der der Arbeiter zu vermuten, dass dieses heute geschehen ist wenn nicht schon vorher.

Es ist nach der zweiten Totalhavarie, besonders jetzt an einem „modernen“ Reaktor, überhaupt nicht zu verstehen, dass es immer noch Vertreter der Verbrechertechnik gibt, die über Leichenberge aufgebaut wird. Aber in Japan wird jetzt so viel Leiden produziert, dass die Verfechter der AKW’s sich blutige Nasen holen. Die CDU/FDP in Baden/Württemberg ist jetzt schon 5% hinter Rot/grün und der Schreck hat noch gar nicht richtig angefangen. Es wurde schon oft nachgewiesen, dass auch wenn in Deutschland alle AKW’s abgestellt werden, trotzdem nicht die Lichter ausgehen. Es kann nicht mehr so viel Strom exportiert werden, aber das heißt nur weniger Profite für die Pfeffersäcke. Und dafür sollen Tausende Kinder, Mütter und Väter sterben? Ich glaube ich spinne, wollen die Geldsäcke die Barbarei jetzt schon einführen?

Gerade in Japan mit 10.000 km Küste. Da prallen die Wellen mit einer unwahrscheinlichen Wucht und Energie auf die Felsen. In Irland wird das erfolgversprechend entwickelt, das könnte das innovative Japan tausend mal, das wollen nur die japanischen Atombosse nicht.

Die Botschaften und internationalen Reporter haben sich ins 850 km entfernte Osaka gerettet, das entspricht der Entfernung von Tschernobyl bis Bulgarien und dort haben viele damaligen Kleinkinder inzwischen Krebs. Solange die Kinder im Wachstum sind teilen sich ihre Zellen und die Radioaktivität lagert sich ab. Oft wird heute schon der Störfall von Fukushima mit dem von Tschernobyl verglichen aber die kapitalistischen Regierungen sind immer noch am rumschachern dabei gibt es nur eines: Abschalten.

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

Home

www.besucherzaehler-counter.de