Das Shanghai-Bündnis
und die Verteidigungskooperation zwischen dem Iran und Kasachstan

Norbert Nelte - 17.10.2007 - Staat

Am 2. Juni trafen sich der iranische Botschafter in der kasachischen Hauptstadt Astana, Ramin Memhanparast, und der kasachische Verteidigungsminister Daniyal Akhmetow und verabredeten eine engere militärisch Zusammenarbeit. Kasachstan führt bereits im Shanghai-Bündnis gemeinsame Militärübungen mit Russland, China, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan durch.

Das heißt nichts anderes, dass die USA dort ihre Ölabbaurechte verlieren wird. Financial Times-online meldet am 28.08., dass der auf den Kaschagan-Ölfeldern für die Erschließung zuständige italienische Eni-Konzern wegen angeblicher Umweltverstöße, Verletzung von Sicherheitsauflagen und Missachtung von Zollvorschriften die Arbeiten für mindestens drei Monate auszusetzen. Ähnliches musste wie in Russland bereits die britisch-niederländische Shell und die britische BP erfahren.

Nachdem die Amis Usbekistan verlassen mussten, werden die amerikanischen Ölkonzerne wohl diesmal mit der Kündigung am Schluss rankommen, sie reagieren ja immer auf solche Demütigungen mit militärischen Drohungen. Zum Glück, denken sich die Astanaer, können die Yankees uns nicht mit ihren Flugzeugträgern im Kaspischen Meer drohen. Die Flugbewegungen in der Nähe von US-Basen sind stark angestiegen, heißt es in Berichten aus Kaiserslautern und Bitburg (Bundesland Rheinland-Pfalz), aber auch von den kriegswichtigen Luftkreuzen Leipzig und Nürnberg.

Neben Russland, China, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan haben Beobachterstatus im Shanghai-Pakt haben die Mongolei, der Iran, Pakistan und Indien. Indirekt sind Mitglieder des Shanghai-Vertrages Weißrussland, Armenien, Turkmenistan, Vietnam, Laos, Nordkorea (die VDRK) und Myanmar (Burma), also reichlich. Amerika weiß jetzt, wen es zum Gegner hat, wenn es den Iran angreift.

Nun versteht man auch die Dringlichkeit der westlichen Alliierten, den Vorposten im Feindesland Afghanistan besetzt zu halten. Es geht wohl um etwas anderes als um das Frauenwahlrecht. Es geht um den Zugriff der Ressourcen in aller Welt, und die will Amerika behalten, sei es um jeden Preis. Am 15. September wird es in Berlin hoffentlich nicht nur um die Frage „Raus aus Afghanistan“, sondern besonders „Schluss mit allen Weltuntergangskonfrontationen“ (1).

Norbert Nelte
www.marktende.de
Internationale Sozialisten

1) Mir wird immer von meinen Kritikern vorgeworfen, dass ich die Welt zu düster male, aber die Wirklichkeit des Kapitalismus läuft auf einen Zusammenprall aller Mächtigen zu, ohne das sie von vermeintlichen besonnen Kräften aufgehalten werden. Die Bankenkrise wird sie nur noch aufstacheln. Stoppen können diese Wahnsinnigen nur noch die internationale Arbeiterklasse. Wovor hast Du Angst? Vor den Kollegen oder vor diesen internationalen wildgewordenen Hyänen?

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