Die Inflation ist in den USA und 25 Staaten schon über 10%

Norbert Nelte - 21.05.12 - Ökonomie

Der Niedergang des Kapitalismus nimmt schon bedrohliche Formen an und dennoch lassen sich die Lohnabhängigen in Deutschland seit 2001 immer wieder zu Reallohnkürzungen tricksen, mit dem Versprechen, dass es bald wieder aufwärts ginge.

So lügen die Herrschenden besonders der USA, von Großbritannien und zunehmend auch in Deutschland bei den Statistiken sich das Blaue vom Himmel herunter. In Deutschland sind es besonders die Arbeitslosenstatistik, die Statatschulden und das Bruttoinlandsprodukt. Entsprechend lügen alle Regierungen bei der Inflation, besonders in US-Amerika.

In den Vereinigten Staaten wurden seit John. F. Kennedy systematisch die Statistiken gefälscht. Viele Präsidenten haben sich von der Administration einen neuen Trick ausdenken lassen, die die Preissteigerungsrate schöngefärbt zeigen.
Nixon entnahm die Nahrungsmittel und den Treibstoff aus dem Warenkorb und kreierte damit die „Kerninflation“, also er entnahm gerade die beiden größten Inflationstreiber.

„1996 hat Bill Clinton die Ergebnisse der Boskin Kommission (siehe auch) umgesetzt, welche uns die Inflation mittels dreier Kuriositäten messen lässt: Substitution, Gewichtung und „Hedonik“… Jedes Mal also wenn der Preis, sagen wir mal von Lachs zu heftig - also überproportional steigt, wird Lachs aus dem Warenkorb entfernt und mit etwas Billigerem ersetzt, z.B. mit Hot Dogs.“ schreibt Chris Martenson, sein Video dort ist sehr empfehlenswert.

Das  letzte war die Substitution. Die Nahrungsmittelpreise sind von 87 nach 88 um 4,1% gestiegen. „Gemäß dem Landwirtschaftsamt jedoch, das nicht so vorgeht, sondern nach wie vor den gleichen mit 30 Gütern bestückten Warenkorb von einem Jahr zum anderen misst, stiegen die Nahrungsmittelpreise im gleichen Zeitraum um 11.3%“ Das ist fast das Dreifache, wir werden nach Strich und Faden belogen, hiermit ist der Statistikbetrug eindeutig bewiesen.

Bei der Gewichtung erhalten die einzelnen Waren, wenn sie überdurchschnittlich gestiegen sind, eine niedrige Gewichtung. Die Hedonik (griechisch Lustprinzip) rechnet die Qualitätsverbesserung wieder raus, obwohl diese doch zur Kultur gehören. Wenn z.B. ein Auto um 20% teuer ist, aber es fährt statt 100  jetzt 130 km/h, also 30% schneller. dann ist die Inflation gleich 120 :130 = 92,4%, also das Auto um 7,6% billiger, obwohl ich doch jetzt 20% mehr bezahlen muss, verstanden?

Diese Methode wird seit 2005 auch in Deutschland unter Schröder durchgeführt, man kann also auch hier von einer höheren Preissteigerungsrate ausgehen als die offiziellen 2,1%. Hinzu kommt noch, dass die Verbraucherinflationsrate gut doppelt so hoch wie die durchschnittliche ist, was letztlich zu einer Preissteigerung von 5% für den Endverbraucher führen kann.

In Amerika hat „zum Glück John Williams von http://www. shadowstats.com  im Laufe der Zeit jede Änderung der Berechnungsmethoden peinlich genau verfolgt und ihre Wirkungen in seinen Berechnungen rückgängig gemacht.“  (siehe obige Grafik) So errechnete er für 2010 sogar 13% Inflation statt der offiziellen 5%, also das 2,3fache. John Williams ist Wirtschaftsberater mit einem wirtschaftswissenschaftlichen BA am Dartmouth College, New Hampshire.

2012 beträgt die offizielle Rate 2,5% und die Schattenrate 10%, also jetzt schon das Vierfache.  Für den Arbeitnehmerhauhalt liegt sie dann nochmals weit höher, weil dieser ja auch sehr viel für die preistreibenden Nahrungsmittel und für den Kraftstoff mehr bezahlen muss.
Es bestehen mehrere Gründe, warum das Kapital Interesse daran hat, eine niedrige Inflationsrate auszuweisen.

  1. Eine niedrige Inflationsrate führt zu einem hohen BIP. Das nominale BIP wird mit der Inflationsrate preisbereinigt. Je niedriger also die Inflationsrate ist, umso höher ist das BIP und wir bekommen ein höheres Wachstum zum Vorjahr.
  2. Die Gewerkschaften sind mit einer niedrigeren Lohnerhöhung zufrieden.
  3. Das Harz4 Geld kann niedriger berechnet werden
  4. Nicht zuletzt will der Staat seine Staatsanleihen mit niedrigen Zinsen verticken und braucht dafür ein günstiges Anlageklima mit einer niedrigen Inflationsrate usw.

Sobald es keine Möglichkeit eines Neuanfangs nach einer Überproduktionskrise, wie es Marx und Engels im “Manifest der Kommunistischen Partei“ auf Seite 19 beschreiben, für das Kapital mit einer inneren und äußeren Marktausweitung mehr gibt und auch keine weiteren Maßnahmen mehr wie die Erhöhung der Ausbeutungsrate, wird das Kapital zum direkten Raub und zu einer Statistikfälschung übergehen. Je aussichtsloser das Kapital vor dem Ende der Marktwirtschaft steht, umso mehr wird sie die Statistik verfälschen, um nur mit dem Statistikbetrug eine heile Welt den Arbeitermassen voruzugaukeln.

Es gibt ein riesiges Interesse der Staaten, die Inflationsraten niedrig zu rechnen  und damit das BIP höher als in Wirklichkeit auszuweisen. Ein guter Beleg für die Statistikfälschung ist die Gegenüberstellung 1988 der Nahrungsmittelpreise des Landwirtschaftsamtes mit 11,3% mit denen der Statistikbehörde mit 4,1%. Aktueller kann man 2010 den Betrug nachweisen an die Inflationszahl von 1.1% vom August 2010.  Demgegenüber stehen aber Preissteigerungsraten für Weizen von 74%. Hafer 68%, Schweinefleisch 60% und Baumwolle mit 66%. Eine Preissteigerungszahl von 1,1% da auszuweisen, ist lächerlich, die wollen uns voll verarschen.

Entsprechend sind die Zahlen beim Bruttoinlandsprodukt gefälscht. So wird nicht nur mit der niedrigen Inflationszahl ein höheres  preisbereinigtes BIP erzielt, nein auch die Wachstumsrate wird nach der Produktion gerechnet, nicht nach dem Verkauf. Dann gibt es noch Zurechnungen zum BIP, z.B. wenn man sein eigenes Haus ohne Belastung besitzet, dann rechnet der Staat jenen Betrag, von dem er annimmt, dass man ihn ansonsten als Miete hätte bezahlen müssen, um dort zu wohnen zum BIP hinzu.

Die USA weisen 2012 offiziell 8,1% Arbeitslose aus, dabei hat Williams schon 22% ausgewiesen. In der offiziellen Liste z.B. fehlen die Teilzeitjobber 14%. Du bist in Amerika schon ab einer Stunde in der Woche kein Arbeitsloser mehr. Also vom  revolutionären Standpunkt aus gesehen gehört da schon ein ganzgehöriger krimineller Energie zu so einer Verfälschung.

Es lohnt sich schon, das Interview mit Williams zu lesen, er konnte seine Kunden gar nicht mehr richtig beraten, weil ohne ein reales BIP und einer realen Inflationszahl ein Controller und Betriebsberater keine vernünftigen Pläne oder Entscheidungshilfen mehr herbeiführen kann.

Außer de Inflationszahl in den USA von 10% haben wir noch in 25 Länder eine Inflation über 10% (offizielle Zahlen): 1. Venezuela 28,2%, 2. Demokratische Republik Kongo 26,2%, 3. Argentinien 22%, 4. Eritrea 20%, 5. Guinea 20% 6. Usbekistan 15% 7. Nigeria 13,7%, 8. Mosambik 13% 9. Pakistan 13,9% 10. Angola 14,5% 11. Afghanistan 13,3% 12. Mongolei 10,2% 13. Jamaika 12,6% 14. São Tomé und Príncipe 14,4% 15. Marshallinseln 12,9% 16. Ägypten 11,1% 17. Jemen 11,2% 18. Turkmenistan  10%. 19. Sudan 20. Iran 10,1% 21. Indien 12%  22. Sierra Leone 16,6% 23. Trinidad und Tobago 10,5% 24. Ghana 10,7% 25. Nepal 10,4%
Na ja, jetzt wissen wir alle, in welcher Preisklasse sich in etwa Amerika aufhält. Bald kommen da neue hinzu, z.B. die Südeuropäer und in eins zwei Jahren auch so

Nun sind in Amerika im Laufe der Zeit immer mehr Waren hedonisch berechnet worden. Wir wissen auch nicht, welche Waren in Deutschland im einzelnen so berechnet werden. Wir wissen nur, dass ab 2005 die hedonische Rechnung auch in Deutschland angewendet wird. Nach Wikipedia führt die Hedonik „je nach Land und Branche zu geschätzt bis zu 30 % höheren Wachstumszahlen.“ Also es hätte in Deutschland 2011 nur wegen der Hedonik statt der 3% Wachstum nur 2,3% gewesen sein, dann kommt noch die Gewichtung  und wahrscheinlich noch mehr. Bei der Hedonik sagt die Bourgeoisie sogar, dass diese Verzerrung rechtens sei: „unter dem Vorsitz von Michael Boskin (ehemaliger Chef-Ökonom der ersten Bush-Administration) zusammen und bescheinigte dem DPI eine Verzerrung von 1,1 Prozentpunkten pro Jahr nach oben.“ Ist schon der Hammer. Der deutsche Staat unternimmt auch eine unrealistische Gewichtung, nicht nach der Kaufhäufigkeit, sondern dass wahrscheinlich möglichst eine niedrige Inflationsrate raus kommt.

Beim Investor-Verlag lesen wir „Tiefe Kluft zwischen amtlicher und gefühlter Inflation“
„Der entscheidende Unterschied zwischen dem offiziellen Verbraucherpreisindex und der gefühlten Teuerungsrate liegt darin, dass dem Fribourger Professor Hans Wolfgang Brachinger zufolge einzelne Waren anders als in der offiziellen Statistik gewichtet werden. Die Uni Fribourg gewichtet dabei die Waren nach der Kaufhäufigkeit. Das bedeutet bspw., dass Grundnahrungsmittel eine höhere Gewichtung erhalten als selten erworbene Elektronikartikel.“

Nach Prof. Brachinger betrug die Verbraucher-Inflation 2008 alleine nach der Gewichtung bereinigt schon 8,6%. (Nach Stern)

Also bei der Gewichtung erzählt die Regierung uns auch Märchen. Leider finden wir nichts zur Substitution und zur Bewertung. Nur für die USA liegt der von 13% fest. Es bräuchte in jedem Land einen John Williams, mit diesen falschen Zahlen vom Statistischen Bundesamt lässt sich doch auch kein aussagekräftiges Budget und Business Plan erstellen oder eine Betriebs- oder Finanzberatung durchführen, geschweige denn eine Marktanalyse durchführen, egal ob vom Business-Standpunkt oder aus marxistischer Sicht. Die offiziellen Zahlen sind meilenweit von der Realität entfernt, egal ob Du das Bruttosozialprodukt nimmst, die Inflationsrate, die Arbeitslosenzahl, die Staatsschulden oder die Autoproduktion, sogar die sind gefälscht.

Sie erzählen uns nur noch Märchen und gaukeln uns eine Scheinwelt vor wie in einem virtuellen Raum, wie in einem Computer-Spiel, der Sieger darf einmal ballern.

Also bleibt es uns nur übrig, die Inflationsrate von der Gelddruckseite aus versuchen zu schätzen. Vorab muss gesagt werden, dass die Geldmenge M3 nicht nur die Münzen und Scheine sind, sondern auch alle Sichteinlagen, Girogeld (Kontoguthaben), Staatsanleihen, Kreditverträge, Währungsreserven, Devisenbestände, Sparkonten, und Geldmarktpapiere. Normal wird 25% der Geldmenge wegen der Umschlaghäufigkeit mehr gedruckt. Wenn also darüber hinaus mehr „Geld“ geschaffen wird als dass Warenmengen hergestellt wurden,  dann ist das meiste „Geld“ trotzdem erst einmal gebunden beispielsweise als Bankeinlage bei der EZB oder als CDS im Bankenwettgeschäft als Gegenversicherung.

Erst, wenn dieses Geschäft platzt, überschwemmt das meiste „Geld“ den realen Markt und löst dann erst die Inflation aus, der meist auch eine Deflation vorausgeht. 2009 wurde der Dollar verdreifacht und prompt stieg der Dollar auf 13%, durchlief dann eine kurze Deflation und  stieg dann wieder auf eine Inflation  von 10%.
Der Euro lief 2011 weniger steil etwa halb so viel wie der Dollar. Bei der Gewichtung und der Hedonik lügen sie, wir wissen aber nicht, wieviel. Deshalb sind wir auf Spekulationen angewiesen. Es ist auch die normale Erfahrung eines jeden besondes beim Einkaufen, der Strom- und Gasrechung und breim Heizöl. Ich würde die Infflationsrate bei dem Steigrungswinkel und der Längre der blauen Kurve 2011 auf 5-6% schätzen. Wir müssen abetr daran denken, dass beim Platzen der nächsten Finanzblase noch einmal ein gehöriger Schub in Amerika und Europa kommen wird.

Ein Rüdiger Rauls schreibt „Deshalb ist Inflation keine ernsthafte Gefahr“ und beruft sich dabei auf einen FED-Mitarbeiter. Oje, gerade auf den Hauptpropagandisten der Bourgeoisie, und das in der linken Zeitung. Die FED druckt doch das meiste Geld, sie ist der Hauptschuldige an der10-13% Inflation in Amerika, da wird sie genügend Propagandisten haben, di die Menschen in den Schlaf säuseln. Ausgerechnet auf einen fällt der Autor rein, schlecht recherchiert, das Internet ist doch voll von kritischen, ausgeschlafenen Geistern, wir leben doch im Zeitalter von Google und Wikpedia.

Blöd nur, das schon so viele da gelesen und jetzt schlafen gegangen sind. Na ja, der nächste Euro Crash wird sie aufwecken.

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