Ein gigantisches Loch ist im Wirtschaftskreislauf

Norbert Nelte - 02.06.2017 - Ökonomie

In allen Wirtschaftsministerien, in allen Wirtschaftsressorts, alle Wirtschaftsfachleute und Professoren sinnieren seit Jahren vergeblich über die Gründe der weltweiten Rezession. Dabei liegen die auf der Hand. Ein Loch ist im Wirtschaftskreislauf und niemand will und kann es im Kapitalismus stopfen, keiner.

Da sind zuerst die Derivaten Wetten zu nennen. Ab den 1990er Jahren fiel die durchschnittliche Profitrate in der Produktion schon unter den Finanzmarktzinssatz. Die Konzerne kompensierten die ausfallenden Profite dort zu 90% mit ihren Aktienpaketen von Rohstoffaktien, Billiglohnl ändern, Dienstleistung, Teakholz, Hedgefonds  usw.

Nachdem diese nach der Krise von 2008 auch ausfielen, setzten die Konzerne über ihre stillen Fonds bei den Banken bei den Derivaten-Wetten ein. Damit sind diese dem Wirtschaftskreislauf entzogen, denn sie tauchen hinfort in keiner Vermögensstatistik mehr auf. Dafür zählt man jetzt die Militärtechnik (Kriegsschiffe, Bomber, Kampfjets, Kanonen, alle Zerstörungsgeräte) als Investitionen und zählt sie dann dem Vermögen hinzu.

Wenn man so will dienen die Zerstörungsgeräte dem Weltbruttoinlandsprodukten. Nachdem viele Fabrikanlagen zerstört sind, entstand bisher immer eine neue Nachfrage nach Produkten. des Maschinenbaus. Die Industrie wird nach einer Zerstörung moderner aufgebaut. So zynisch ist die Denkungsweise des Geldadels.

Hinzu kommt noch, dass sich die Märkte nach China verengen. Da der Absatz zurückgeht, gehen auch die Investitionen zurück. Deutschland ist bei der Wettbewerbsfähigkeit vom 6. auf den 13. Platz abgerutscht. Ein Zeichen von weniger Investitionen. Es wird also noch mehr Geld aus dem Wirtschaftskreislauf entfernt. Deutschland ist nach dem statischen Bundesamt mit dem DIP 1916 um 1,9% gestiegen. Da die Inflation höher liegt als angegeben, wird sich das Wachstum eher im Minusbereich bewegen und dann muss man noch die Drogen, die Schmuggelzigaretten, Schwarzarbeit und die Prostitution davon abziehen, ergo wären wir schon weit im Minus. Also ein Bundesrateamt.

Die letzte wirklichkeitsnahe Statistik vom Statistischen Bundesamt ist diese des BIP-Wachstums von 2009. Wenn man diese Zahlen hochrechnet, müssten im Durchschnitt heute liegen bei Minus 4,5%. Das käme eher hin. Wenn wir also die 3,3% Sollwachstum vom IWF nehmen und die – 4,5% dazuzählen, dann hat der Geldadel also 7,8% vom BIP 2016 ais dem Wirtschaftskreislauf entfernt.

Beim nächsten Crash wird es mindestens eine 2stellige Minus-Zahl. Bei uns. Anderswo noch mehr. Alle Prognosen wetteifern um das Katastrophenbild:

Interview mit Marc Friedrich & Matthias Weik "Die nächste Krise wird 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen" 27.5.17

Finanzielle Massenvernichtungswaffen“ und die Zerstörung des weltweiten Finanzsystems 15.5.17

Doug Casey on the End of Western Civilization 5.05.17

Egon von Greiez: Illusionen und Lügen: Die Supernova-Schuldenblase und die Totenglocke für das globale Finanzsystem 15.4.17

Der vierte apokalyptische Reiter hat in 2016 bereits sein Pferd bestiegen 4.4.17

Egon von Greyerz: Die Welt ist am Ende 3.4.17

Aber sie packen vor jeder Blase eine noch größre Blase. Niemand kann deshalb den Zeitpunkt des Unterganges einschätzen. Aber eines können wir alle genau sagen: Je später er kommen wird, umso katastrophaler wird er sein. Und er wird grausam sein.

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

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