Die Euro-Krise wird mit aller Macht wieder akut.
Griechenland Staatsanleihen von 6,57% in einer Woche auf 7,9%

Norbert Nelte - 16.10.1014 - Ökonomie

Es war klar, dass die Schuldenprobleme der Länder nicht so gelöst werden konnten, dass Draghi die Geld-Druckmaschine angeworfen hat und damit die Schulden der Länder bezahlt hat. Wenn dem Gelddrucken keine Erhöhung der Wertschöpfung gegenübersteht, dann steigt die Inflation. Jetzt hat Draghi nur so viel Geld gedruckt, dass die Inflation gut unter 10% bleibt, deshalb ist die Statistik Schummelei bisher nicht so aufgefallen.

Die Länder haben sich zwischen den EZB Anleihen-Käufen immer noch Geld vom Markt besorgen können. Die Investoren haben halt daran geglaubt, dass Europa die Schuldtitel alle garantiert und übernimmt. Aber jetzt noch, wo zu Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien noch Frankreich und die Ukraine noch mit seiner anstehenden Staatspleite dazu gekommen ist? Da helfen keine ESM kein EFSF und niemand mehr. Sicher war ein kleiner Faktor auch noch die positive Wählerumfrage für die Linke Tsipras, vor denen alle Investoren Angst haben, aber der wesentliche Grund für die Explosion der Zinsen ist die europaweite Flaute.

Nun verlieren die Investoren langsam den Glauben. Merkel hatte bereits von einer neuen Euro-Krise gewarnt. Dabei war die alte gar nicht weg. Nur mit Hütchenspielerticks weggeschummelt. Wir haben eine Hütchenspielein als Bundeskanzlerin. Schau Eurokrise da – Hokus Pokus - Eurokrise weg – Hokus Pokus - Eurokrise wieder da. Jetzt fehlt nur ein Hokus Pokus, um die Eurokrise wieder wegzuzaubern. Aber die Zinsen für die griechischen Staatsanleihen stiegen ja deshalb, weil in Europa überall die Konjunktur zurückgeht.

Hier nur die Titel der letzten Woche von Deutschland. Ein Titel alarmierender als der andere.

Sanktionen zeigen Wirkung: Deutscher Export bricht ein 29.10.14 -5,8%

Verkaufswelle wird größer - Dax im freien Fall 3 10.10.14 8793 Punkte

Zweifel an Unabhängigkeit deutscher Statistikämter 4 12.10.14

Deutschland auf dem Weg in die Rezession 5 11.10.14

IWF-Treffen in Washington: Deutschland wird zum Sorgenfall 6 11.10.14

Deutsche Wirtschaft weckt schreckliche Erinnerungen an 20097 13.10.14

Euro-Krise Aussitzen geht nicht mehr 8 13.10.14

Wachstums-Schock! Bundesregierung: Mit der Wirtschaft geht es bergab 14.10.14 9

Finanz-Schock: "Es könnte noch schlimmer kommen als gedacht" 10 16.10.14

Von Krise zu Krise: Deutschland ist jetzt mit dabei 17.10.14

Nun wird auch klar, dass die Investoren an keinen Rettunngsschirm mehr glauben. In Italien, Portugal und Spanien steigen die Staatsanleihen Zinsen auch schon seit einer Woche. Aber das könnte auch Zufall sein. Jedenfalls ist eine Dauersitzungswoche in Brüssel abzusehen. Nach 7 Jahre Krise ist die Krise ist nicht mehr so leicht wegzuschummeln. Bald wird eine Blase nach der anderen platzen und wir begrüßen vielleicht noch in diesem Jahr die 3. und letzte Runde der Todeszuckungen des Kapitalismus.

Große Sozialkürzungen kommen wieder auf uns zu, aber auch große Kämpfe, bereiten wir uns vor.
Norbert Nelte
Verfolge den Wirtschaftzusammenbruch mit Fahrplan mit dem Digitalen Wegweiser durch die Todeszuckungen des Kapitalismus - Krisenticker

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