Sofort raus aus Afghanistan! Schnappt Eure Sachen und ab!

Norbert Nelte - 09.05.2010 - Krieg

Die Linke Zeitung hat in unzähligen Artikeln schon immer die Forderung vertreten nach einem sofortigen Abzug aus Afghanistan. Es gibt keine Begründung für einen militärischen Überfall auf ein anders Land, wenn diese einen nicht selber überfallen hat. Ein Krieg ist sogar nach Artikel 115 des kapitalistischen Grundgesetzes nur für den Verteidigungsfall erlaubt, wenn das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird, deshalb heißt der Killerchef offiziell auch Verteidigungs- und nicht Killerminister.

Warum die Bundeswehrsoldaten sich unbedingt dort totschießen lassen müssen und andere killen, das konnte dem Wahlvolk noch kein Kriegsminister einfach und klar erläutern. Erst hieß es wegen der Terrorabwehr. Da aber bei jedem Terrorakt auch ein Doppelagent der westlichen Dienste als Zahlmeister, Planer oder Ausrüstungsbeschaffer auftauchte und die sogenannten Verschwörungstheorien immer mehr Zulauf erhielten, wechselte man auf Schulen für die Mädchen. Nun fragten aber immer mehr, warum überfallen wir denn da nicht die halbe Welt, z.B. Kenia, wegen Genitalverstümmelung bei Mädchen?

Dann hieß es, die Bundeswehr ist in Afghanistan, um sich zu verteidigen. Das war aber zu blöde, nein, wegen der Demokratie. Nach der verkorksten Wahlzettelauszählung war auch das nichts mehr. Nun kehrte Merkel wider zur Terrorabwehr zurück. Aber warum hat sie da nicht Deutschland überfallen? Der Selbstmordpilot kam doch aus Hamburg? Also wird sich das Kriegsbegründungskarussell weiter drehen und den wirklichen Grund, da müssen wir weiter spekulieren. Ex-Kriegsminister Jung hat doch zugegeben, dass sie acht Jahre dort ohne ein Ziel gekillt haben nach der Methode, erst schießen, dann fragen, warum. Warum?

Ein alter inoffizieller Grund 2001 war die Ölpipeline von den Tengiz-Feldern in Kasachstan zum im Bau befindlichen Ölhafen Gwadar in Pakistan. Das aber hatte sich 2006 inzwischen ergeben, in diesen nicht endend wollenden Kriegsatmosphäre lässt sich keine Pipeline bauen und nachdem die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline vom Kaspischen Meer zum türkischen Ölhafen Ceyhan 2005 fertig gestellt wurde und die PKK dort keine Gefahr mehr für die Pipeline darstellte, ergab sich für die USA eine Alternative.

Amerika drohte die Vorherrschaft bei der Ölraffinierung an China zu verlieren, und Öl ist immer noch wichtig, um das Alphatier festzustellen. Um 2015 wird China das BIP der USA nach der Kaufkraft eingeholt haben, aber die USA werden ihre Vorherrschaft an China nicht freiwillig abtreten. Nun hat Präsident Obama weitere Ölförderungen vor den empfindlichen US-Küsten und in den Naturschutzgebieten Alaskas erlaubt. Das heißt, das mit den neuen Funden in Angola, Südsudan und Vietnam, dem irakischen Öl, dem von Arabien, Kuwait, Mexiko, Venezuela, Russland und vom Ölhafen Ceyhan usw. die vereinigten Staaten erst einmal genug haben, um in einem möglichen Weltkrieg die Nase vorne zu haben. Deshalb ist auch vorerst wegen des Öls nicht mit einem Angriff auf den Iran zu rechnen.

Eine andere Sache ist natürlich, dass Israel mit seinen 3-400 Atombomben den Kopf verliert wegen vielleicht einer Atombombe in Teheran. Aber mit einer Atombombe kann man keinen Atomkrieg führen. Absoluter Quatsch, hat man sie verschossen, dann steht man nackt da. Aber die ultrarechte Regierung in Jerusalem steht ganz nervös mit gezogenem Colt im Wüstensand und es besteht nur noch die Frage, geht ihr nächster Angriff gegen Gaza, dem Libanon, Syrien, oder gleich gegen den Iran? Genug Lügen haben sich die Alliierten dazu ja schon ausgedacht.
Ein anderer Grund für den Afghanistan-Krieg wäre noch das Öl in Nordafghanistan bei Masaar-i-Scharif und Kunduz und die anderen Rohstoffe selber.

Aber auch diese kann man nicht in diesen
Kriegswirren abbauen. Das einzige Land, das Kupfer abbaut, ist China bei Aynak, und dazu brauchen sie keinen Krieg zu führen, sondern im Gegenteil.

Wenn es den Herrschenden wirklich um die Demokratie ginge oder, dass die Mädchen in die Schule gehen können, dann bräuchten sie als erstes nur die Hetze gegen die Moslems einstellen. Der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verteidigt erst die volksverhetzende Mohammed-Karikatur, mit der alle Moslems als Bombenleger dargestellt werden (mit keinem Detail wird gezeigt, dass mit der Mohammed-Karikatur nur die islamistischen Bombenleger gemeint sind) und dann will dieser Verein die Aufklärung in den Hindukusch bringen, das ist doch total unglaubwürdig.

Wenn die Industrieländer die armen Länder mit Respekt behandeln und dann noch ihre Hochzollschranken gegen fallen lassen würden, könnten die sich in Würde entwickeln und dann würden es erst gar nicht die mittelalterlichen Taliban geben. Die Islamisten sind doch ein Produkt der Unterdrückung durch die Alliierten. Erst gab es den Kolonialismus im Sudan, dann erst entstand daraus 1881 der erste Islamist, der Mahdi.

Es bliebe nur der mögliche Konflikt mit China als Kriegsziel übrig. Aufmerksamkeit erhielt diese Frage zuerst im Kosovokrieg, als die USA die chinesische Botschaft in Belgrad bombardierte mit der Begründung, dass sie nur einen alten Stadtplan hätten. Dann drangen amerikanische Spionageflugzeuge in das chinesische Hoheitsgebiet ein und seit 3 Jahren gibt es Handelskriege, zuletzt auf chinesische Autoreifen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Proteste bei dem Olympiafackellauf der Tibeter vom CIA angezettelt wurden. Afghanistan ist nichts anderes als ein  Truppenaufmarschplatz zur Drohung an die Chinesen, nach der Pfeife Amerikas zu tanzen. Der Krieg gegen die Taliban wird nie gewonnen werden, im Gegenteil, die gewinnen ständig an Gelände dazu. Wegen des Konfliktes zwischen dem amerikanischen Kapital und dem chinesischen muss ständig afghanistanisches Blut und das der Soldatenkanonenfutter fließen.

Der Bevölkerung wird nicht gesagt, warum, und den Soldaten auch nicht. Das alleine ist Grund genug, jeden weiteren Einsatz in Afghanistan zu verweigern. 61% der Bevölkerung sind gegen den Einsatz, das ist der andere Grund, umgehend seine sieben Sachen zu packen und sich in Afghanistan abzumelden.

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

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