Die Seidenstraßenstrategie und das chinesische U-Boot

Norbert Nelte - 22.01.2008 -
Krieg

Mit Seidenstraßenstrategie wird das amerikanische Gesetz bezeichnet, der den Anspruch der Vereinigten Staaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auf die zentralasiatischen Staaten festlegt. Ich zitiere jetzt dieses Gesetz, also das ist nicht die Ausgeburt eines „Katastrophisten“, wie manche Linke unsere Fraktion bezeichnen, sondern die des US-amerikanischen Gesetzgebers:

»... der Zusammenbruch der Sowjetunion hat ein neues Machtspiel in Gang gesetzt.... Heute liegt unser Augenmerk auf den Interessen eines neuen Mitstreiters in diesem Spiel: den USA. Die fünf ehemaligen Sowjetrepubliken, aus denen Zentralasien besteht - Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan -, sind begierig darauf, Beziehungen zu den USA aufzubauen. Kasachstan und Turkmenistan besitzen große Öl- und Gasreserven rund um das Kaspische Meer, die sie dringend ausbeuten wollen. Usbekistan hat Öl- und Gasvorkommen ....“«

(Foto: Samarkand, ehemals persische Stadt in Usbekistan an der Seidenstraßee)

Auf Wikipedia werden ausführlich mit interessanten Links die amerikanischen Kriegsziele erläutert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Seidenstra%C3%9Fenstrategie

»Namensgebend für das Politikkonzept war die historische Seidenstraße. Ihren ideologischen Ursprung hat es in der Carter-Doktrin, die auf Präsident Carters Berater für Nationale Sicherheit Zbigniew Brzeziński zurückgeht.

"In voller Übereinstimmung mit dem von Brzezinski entwickelten geostrategischen Konzept, über die Beherrschung des eurasischen Kontinents die Welt zu beherrschen, zielt die Seidenstraßenstrategie darauf, die Wettbewerber der USA im Ölgeschäft, darunter Rußland, den Iran und China, zu schwächen und die gesamte Region vom Balkan und dem Schwarzen Meer bis an die chinesische Grenze in einen Flickenteppich amerikanischer Protektorate zu verwandeln [4]."

Die US-amerikanische Seidenstraßenstrategie gilt als wesentlicher Auslöser des neuen "Großen Spiels" in Zentralasien. Aber schon vorher war die Region für die USA von buchstäblich zentraler Bedeutung, wie die Namensgebung des United States Central Command (dessen Zuständigkeitsbereich den so genannten Greater Middle East mit einschließt, der auch Teile Nordostafrikas umfasst) belegt.«



„Natürlich ging es beim Kolonialismus stets um wichtige Ressourcen, seit Beginn des 20. Jahrhunderts insbesondere um Erdöl.“ sieht Professor Dr. Dr. Ernst Woit in „Kolonialkriege  für  eine   Neue  Weltordnung“
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/autoren/woit/ap6402ew.htm

und er belegt dies u.a. mit der Erklärung von Franklin Roosevelt (1882 – 1945) an den britischen Botschafter: "Das persische Öl gehört euch. Wir teilen uns das Öl des Irak und Kuwaits. Was das Öl Saudi-Arabiens betrifft: das gehört uns." Natürlich sind inzwischen die Eigentumsinteressen der Amis noch größer, aber das persische Öl gehört auf alle Fälle nicht den Iranern und schon gar nicht den Chinesen, die sich in letzter Zeit da breit machen. Sie haben jetzt wieder mit Iran ein neues Ölgeschäft über 85.000 Barrel pro Tag in den ersten 3 Jahren und danach 100.000 Barrel abgeschlossen.h
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601080&sid=akKRGh8SSyMI&refer=asia

Deutschland hat mit dem Weißbuch so etwas ähnliches, in dem sie alle für die deutsche Industrie wichtigen Rohstoffländer zum deutschen Interessengebiet erklärt hatte.

Nun wollten die USA ursprünglich schon im Mai 2007 zur Tat schreiten und Iran angreifen. Russland lieferte aber an Iran die neuesten Abwehrraketen, auch die Cruise Missile 3M-82. Damit könnten sie die US-Flugzeugträger im persischen Golf versenken. Also mussten die Amis deren Standort auskundschaften und sie verschoben ihren Angriff auf November, zwischendurch gab es aber noch den Versuch die 6 Atombomben in den Nahen Osten zu schicken, der aber von den Militärs vereitelt wurde und den Versuch mit der 6. verschwundenen Atombombe Putin bei seinem Besuch in Teheran anzugreifen, der das aber lt. Ria Novosti mit der Order vereitelte, in diesem Fall alle amerikanischen Stützpunkte im nahen Osten anzugreifen. Am 27.12. wurde gemeldet, dass Russland Iran bei dem Luftabwehrsystem hilft und das Fla-Raketenkomplex S-300 liefert.
http://de.rian.ru/safety/20071227/94351883.html

Dann geschah aber noch für Amerika die größte Blamage:
»Mitte November tauchte ein chinesisches U-Boot der Song Klasse inmitten des Flottenverbandes um den US-Flugzeugträger Kitty Hawk auf.

Flugzeugträger sind militärisch so wertvoll aber auch so verwundbar, dass sie von einem ganzen Flottenverband begleitet und geschützt werden müssen. Der Kampfverband um die USS Kitty Hawk umfasst in der Regel mehr als 12 Schiffe. Auf dem Flugzeugträger selbst befinden sich etwa 75 Kampf- und Aufklärungsflugzeuge sowie mehr als 4.500 Menschen Besatzung. Ein solcher Flugzeugträger ist eines der am besten bewachten Dinge bzw. Orte dieser Welt.

Dennoch blieb das chinesische U-Boot bis zum Auftauchen unerkannt und störte den US-Verband bei einer Übung im Pazifik. (1) Die Aufklärungsmaschinerie des Kampfverbandes hatte das U-Boot schlicht nicht wahrgenommen! US-Militärspezialisten sind geschockt, denn dieses überraschende Auftauchen ist ein Anzeichen dafür, dass das US-Militär technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.« (Francis Byrne)


Die Chinesen haben diese Ortungsunterdrückungstechnik sicher bei dem neuen Öl-Deal an den Iran verkauft, die amerikanischen Flugzeugträger sind somit schrottreif. Jetzt muss Amerika eine neue Ortungs- und Ortungsunterdrückungstechnik entwickeln, bevor es mit seinen Kriegsplänen weiter fahren kann, deshalb ist die Bush-Administration derzeit so konziliant. Der amerikanische Botschafter im Irak hat gar Iran gelobt, so, dass man da schon wiederum einen Hinterhalt vermuten muß.

Andrerseits schreitet mit Riesenschritten der ökonomische Verfall der USA voran. In Kalifornien sind die Steuereinnahmen um 40% gesunken, die Löhne bei GM um 80% gefallen, die Bankenkrise kommt mit weiteren Insolvenzen über mindestens 4 Billionen Dollar erst richtig in Fahrt, das BIP ist um 3% zurückgegangen und die Inflation steht bei 10%. Eigentlich bräuchte Amerika bei dem nächsten Bankensterben einen großen Buhmann, mit dem sie auch mit einem Krieg von der Krise ablenken könnten. Vielleicht gibt es aber auch die Überlegung, später Iran und China nach der Tandem-Theorie gleich gemeinsam anzugreifen, damit der übernächste Kriegsgegner nicht noch etwas groß dagegen entwickeln kann.

Du siehst, nur Fragezeichen. Eins ist aber klar. Die USA werden nicht dem „Rivalen“ China, welcher sie mit dem BSP um 2015 etwa einholen wird, die Weltherrschaft freiwillig überlassen und klanglos das Feld räumen. Die amerikanischen Kapitalisten werden sich niemals still und heimlich aus der Geschichte verdrücken, nachdem sie soviel Unheil über die Welt gebracht haben. Wenn sie wirtschaftlich schon keine Chance mehr für die Weltherrschaft haben, dann werden sie die kleinste Wahrscheinlichkeit bei einem Waffengang nutzen, und wenn sie noch so verschwindend, es bleibt ihre einzige denn wisse:

„Von 650 v. Chr., also von der reinen Klassenherrschaft an, zählten die Historiker 1.656 Versuche, mit Wettrüsten den Frieden zu bewahren. Dies führte 1.640 mal zum Krieg, das heißt jetzt Weltkrieg. In den anderen Fällen zum wirtschaftlichen Ruin der Beteiligten. Also auf Deutsch, mit 99%iger Sicherheit kommt es zum Weltkrieg und dem folgenden wirtschaftlichen Ruin aller Beteiligten und mit 1%iger Sicherheit gleich zum wirtschaftlichen Ruin aller Beteiligten. Nun erhebt sich die spannende Frage, für welche Option sich Bush entscheidet und ob die Lohnabhängigen daraufhin eine Alternative entwickeln werden? Was meinst Du?“

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

 

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