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Spiegel: Atombombe? Tut überhaupt nicht weh

Norbert Nelte - 13.12.2007 - Krieg

Am 19. November 2007 hat doch tatsächlich das Magazin ‚Der Spiegel’ in seiner Nummer 47/07 unter dem Titel „Legenden vom bösen Atom“ uns eine Story aufgetischt, in der er uns überzeugen will, dass wir uns an die Atombombe gewöhnen könnten.

„In Hiroshima dagegen forderte die Radioaktivität erstaunlich wenige Menschenleben.“
Behauptet er menschenverachtend.
„Fast alle 140.000 Hiroshima-Toten starben schnell.“ Na, da können wir uns ja noch direkt bei „Little Boy“ bedanken, dass er uns den Tod so schnell und schmerzfrei geschenkt hat. Im Himmelreich bei Gloria und Halleluja angekommen, lesen wir dann noch zvur Beruhigung „Entweder wurden sie sofort durch die Druckwelle zerfetzt, oder sie erlagen in da en Tagen darauf den Folgen ihrer akuten Hautverbrennungen. Die berüchtigte Strahlenkrankheit - jenes schleichende Leiden, das ab sechs Gray Dosis zum sicheren Tod führt - trat dagegen kaum auf. Der Grund: Die radioaktive Kraft von"Little Boy" war einfach zu gering … Selbst Nieren und Lebern verstorbener Werktätiger sind noch vorhanden.“

Jetzt fehlt nur noch, dass er wie in den 50er Jahren der Katastrophenschutz Dir den Tip gibt, bei Atomangriff einfach die Aktentasche über den Kopf zu halten. Der Hofberichterstatter Matthias Schulz verniedlicht hier in wessen Auftrag die qualvolle Auflösung der Todgesagten. Die Krone setzt er aber bei den Langzeitfolgen auf. Noch heute werden nicht oder nur kurz Lebensfähige missgebildete oder Krebsbelastete Kinder geboren, deren Zahl nach Wikipedia 140.000 allein bis Ende 45, bis heute 240.000 betragen, er reduziert sie kaltschnäuzig auf 700 runter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

„Demnach büßten bislang gut 700 Personen durch den Nuklearschlag nachträglich ihr Leben ein:
* 87 erlagen Blutkrebs;
* 440 starben an Tumoren;
* 250 Personen kamen durch strahleninduzierte Herzinfarkte um;
* 30 Feten bildeten zudem nach der Geburt eine geistige Behinderung aus.

Zur Kenntnis genommen wurden derlei Statistiken bislang kaum. In Schulbüchern stehen weit höhere Zahlen. Auch das Online-Lexikon Wikipedia gibt an, dass allein in Hiroshima wegen der "Spätfolgen der Verstrahlung" 105.000 Menschen umkamen. "Aus löblichen Absichten haben viele Kritiker die gesundheitlichen Gefahren der Radioaktivität enorm übertrieben", so der Kommentar des Münchner Strahlenbiologen Albrecht Kellerer.“

„Dieser hat als ausgewiesener Befürworter der Atomenergie die gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl schon 1990 und somit zu einem Zeitpunkt pauschal bestritten, als dies wissenschaftlich überhaupt noch nicht abschätzbar war“, erklärt Sebastian Pflugbeil  von den Ärzten gegen den Atomkrieg (IPPNW).

Dass dieser Auftragsschreiberling Schulz um statistische Zahlen mit überholten Gefälligkeitsgutachten schachert, ist schon unerhört. Er besitzt aber auch keine Skrupel, so geringschätzig, menschenverachtend über die Opfer zu lästern. Die Berichte über jeden einzelnen sind schon Horror genug:

„Bei Menschen, die sich im innersten Stadtkern aufhielten, verdampften buchstäblich die obersten Hautschichten. Der gleißende Blitz der Explosion brannte Schattenrisse von Personen in stehengebliebene Hauswände ein, ehe die Personen von der Druckwelle fortgerissen wurden. Die (überwiegend unmittelbar bei der Explosion freigesetzte) nukleare Strahlung tötete in den Folgewochen etwa 60.000 weitere Einwohner, die der unmittelbaren Druck- und Hitzewelle entkommen waren, jedoch tödliche Strahlendosen erhalten hatten. Viele, die vor der unerträglichen Hitze an den Fluss geflohen waren und von kontaminiertem Wasser tranken, hatten daraufhin Haarausfall, bekamen purpurrote Flecken am ganzen Körper und verbluteten dann qualvoll an inneren Verletzungen.“ (Wikipedia)

Die Generationen von missgebildeten Kindern mit 3 Armen, einem oder keinem Auge, 3 Metern Länge, Organe außerhalb des Körpers, Kopf wie Hackfleisch oder ohne Gehirn müssten doch jeden mahnen, dass der Mensch in aller Zukunft die Hände von der Schreckensmaschinerie lässt. Will der Spiegel uns wieder daran gewöhnen. „Atomwaffen sind legal und akzeptiert“ raunzt der NATO-Generalsekretär De Hoop-Scheffer und der Außenminister der Niederlande die „Bürgermeister für den Frieden“ an. Große Herren, von uns werden sie niemals akzeptiert, da kann auch kein Spiegel-Geschreibsel und noch so viel Hetze gegen den Iran etwas dran ändern. Plant das Gezücht etwa, die Horrormaschinerie wieder in Gang zu setzen?
Es wird Zeit, dass wir unseren Protest wieder auf die Straße tragen.

Norbert Nelte
www.marktende.de
Internationale Sozialisten

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