Somalia: Stellvertreterkrieg zwischen USA und China

Norbert Nelte - 26.02.2007 - Krieg

„Im September 1991 hatte in London eine internationale Konferenz über die Öl- und Gasvorkommen unter anderem in Somalia stattgefunden. Somalia, so das Urteil der dort vortragenden Experten, befinde sich innerhalb des "Ölfensters", und deshalb »sei die Wahrscheinlichkeit von Erdgas- und Erdölvorkommen sehr hoch«.“ (1)

Noch unter dem Diktator Siad Barre hatten die Ölkonzerne Conoco, Amoco, Chevron für zwei drittel des Landes Bohrrechte von Somalia erworben, weil große Erdölvorkommen vermutet wurden und schon große Investitionen in Millionenhöhe getätigt hatten. Die Aktivitäten der Ölkonzerne wurden aber nach seinem Sturz 1991 jäh unterbrochen.

US-Präsident Bush sen., selbst Ölmann aus Texas, wurde 1993 von den Ölkonzernen zu einem Eingreifen in Somalia gedrängt, welche unter tatkräftiger Hilfe der deutschen Bundeswehr durchgeführt wurde. Die amerikanische Armee verließ damals fluchtartig das Land, nachdem die Leiche eines abgeschossenen amerikanischen Hubschrauberpilotes von der von der aufgebrachten Menge durch die Hauptstadt Mogadischu geschleift wurde. Diese Leichenschändung wurde von dem Vater des jahrelangen Watlords von Mogadischu organisiert. Da er jetzt Geschäfte mit den USA macht, ist es ab sofort ein guter Schurke und taucht jetzt als Innenminister der Übergangsregierung auf. Die USA ist seit  1945 nur noch in der Lage, Kriege gegen Ministaaten wie Grenada oder einen Abtrünnigen wie Noriega aus Panama zu gewinnen, aber sie versuchen es immer wieder. Sie haben nichts gelernt aus Vietnam, dem Libanon, Somalia, Afghanistan und dem Irak. Die Vereinigten Staaten haben zwar wie dieses Jahr im Libanon einen andren Staat vorgeschickt, aber das kommende Treiben der amerikanischen Ölkonzerne wird auch nicht viel anders enden wie schon damals oder es wie im Irak eine Dauertragödie.

Inzwischen ergriff China die Initiative mit Geld, nicht mit Krieg. Auf dem Afrika-Gipfel in Peking im Oktober/November, wo 48 von 53 afrikanische Staaten anwesend waren, Bis 2010 wird e den Handel mit Afrikaverdoppeln und werde manchen afrikanischen Staaten die Schulden erlassen. Der EMFIS-Report berichtet unter dem Titel „China - Afrika Gipfel, oder der Wettlauf um Rohstoffe und Märkte“ weitere Details:

„So wurden bereits Ölfelder in Nigeria und Angola erworben. In Sudan errichteten chinesische unternehmen eine Raffinerie und von dem Rohstoffgruben Sambias und Kongos wurde die 1000 Kilometer lange Benguela-Bahn zu Atlantik gebaut. Derzeit entsteht eine weitere noch längere Bahnlinie zwischen dem Nigerianischen Wirtschaftszentrum und der Küstenmetropole Lagos. Ein weiteres 8 Mrd.US Dollar schweres Eisenbahnprojekt wird von China an geschoben. Es handelt sich um die Strecke zwischen dem Öl-Delta Nigerias in das Zentrum des Landes.“ Und er fragt zum Schluss:

„Und wieder geht es im Zuge der Globalisierung darum, ob der "alte" Westen in seiner Starre verharrt und dem "neuen" auf der globalen Wirtschaftsbühne das Feld überlässt.“ (2)

Diese Frage haben die USA jetzt eindeutig beantworten lassen: Ja, aber nicht mit Geld, das ist futsch, sondern mit Krieg. Lieber steckt Amerika 100 Millionen in Kriege, denn das schafft Nachfrage nach Rüstungsgüter und Arbeitsplätze auch an der Front, als nur einen müden Cent in die Entwicklung der Länder. Dass Äthiopien im Auftrag der USA in Somalia einmarschiert ist, war klar.

Die gesamte Welt befürchtete ein Flächenbrand in Afrika und wollte in der UNO gegen die Kriegserklärung von Äthiopien protestieren. Nur die Vereinigten Staaten und England sagten No!, denn ihre Ölkonzerne brauchen js Somalias Ölquellen. Natürlich benutzten sie wieder ihr Tarnwort. „Die US-Regierung hat nach einem Zeitungsbericht Unterstützung für die Militärintervention Äthiopiens im Nachbarland Somalia signalisiert. Äthiopien solle zum regionalen Bollwerk gegen Terrorgruppen werden“ meldete am. 27.12.2006 der Tagesspiegel-online. Es isr doch klar, überall wo es Öl gibt, gibt es Terrorgruppen.

5Die UNO prangerte schon die Länder an, die mit den Terrorgruppen Geschäfte machen, dazu gehören unter anderem der Sudan, Eritrea und, wie soll es anders sein, China. China macht seine Ölgeschäfte mit dem islamischen Khartum, wobei der Westen sie mit dem christlichen Süden macht. Eritrea hat die islamischen Machthaber in Somalia unterstützt und Äthiopien die Übergangsregierung, wobei die auch Moslems sind. Die ersten richteten sich nach der Scharia und die letzten erst nach dem Warlordgesetz und dann nach dem Schneeballgesetz der Warenterminbörse von Chikago. Das Volk schaut so oder so in die Röhre.

Bald sieht es so aus wie in Nigeria, wo Shell den Bauern nur Ölverseuchte Erde hinterlässt und die Fischer nicht mehr fischen dürfen. Das Volk ist so arm, dass es die oberirdischen Pipelines ein Essen anbohrt. Die nigerianische Mafia und die Generäle verdienen dann richtig ordentlich mit.

Das hatte sich wahrscheinlich auch der Warlord von Mogadischu Aidid gedacht, als er vom „Bösen“ zum „Guten“ mutierte. Ob China oder Amerika, die afrikanischen Völker haben keinerlei Zukunft mehr, solange das Gesetz des Profites und somit des menschenfressenden Marktes besteeht.

1 http://www.kein-blut-fuer-oel.de/mitte/zeitung/zeit01.html
2 http://www.emfis.de/afrika/afrika/kolumnen/beitrag/id/China_Afrika_Gipfel_oder_der

Wettlauf_um_Rohstoffe_und_Maerkte_ID.html

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

 

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