Schlüsse aus den Warrnstreiks bei bei Nokia-Siemens, Berlin und der Telekom

Norbert Nelte - 08.06.2007 - Klassemkampf

Wir gehen natürlich davon aus, dass die 750 Millionen €uro Gewinn bzw. die 5%-Rendite bei Nokia mehr als genug sind und keinen Grund bieten, fast 3.000 Kollegen zu entlassen, nicht mal einen einzigen. Leider sehen das die Kapitalgeber (Aktionäre oder Gesellschafter) bei Nokia nicht so. In ihren Hochzeiten hatten sie bei Nokia 16% Rendite erzielt.

Auch noch heute erzielen große Vermögen auf dem Finanzmarkt bis zu 8% Zinsen bei festverzinslichen langfristigen Anlagen und bei nicht festverzinslichen sogar 15% (Auch hier in der Linken Zeitung habe ich einmal in der Google-Reklamenspalte einen Fond mit 10,2% Dividende gesehen. Der Nokia-Kapitalgeber kann also jederzeit die Kapitalanlage wechseln und gut das Doppelte erlösen. Das einzige, was ihn noch hält, ist die Aussicht auf eine höhere Rendite, die durch Massenentlassung erreicht wird. Das Argument, dass er doch die in guten Zeiten erzielten Riesengewinne in schlechten Zeiten als Risikokapital einsetzen möge, wird ihm an einem gewissen Körperteil vorbeigehen.

Auch, nachdem die 3.000 Kollegen entlassen und im schwarzen Loch der bundesdeutschen Arbeitslosenstatistik verschwunden sind, wird es eine neue Entlassungswelle geben. Die Konkurrenz schläft nicht und befreit sich auch von lästigen Kostenfaktoren. Da die Arbeit die einzige Quelle des Mehrwertes ist und ihr Anteil am Warenwert immer weiter zurückgehen wird, wird die Rendite in Wellenbewegungen immer weiter abwärts gehen - aber auch bei der Konkurrenz. Die Kollegen brauchen überhaupt kein Gedanken mehr daran verschwenden, dass es wieder aufwärts ginge. Auch gutwillige Kapitalisten könnten an der Misere nichts mehr ändern, die würde die Konkurrenz einfach vom Markt fegen. Wenn Du die IGM-Seite
http://www.igmetall-itk.de/index.php?article_id=547

öfnest, dann siehst Du, weltweit, 3.000 Entlassungen bei Cable&Wireless, 36.000 bei AT&T, 3.500 bei Motorola, Verlagerung von 15.000 Jobs bei EDS in Billiglohnländer usw. usf., Du verlierst den letzten Glauben in die Marktwirtschaft und seine Ausgleichsmechanismen.

Nicht so die klassenversöhnliche Gewerkschaftsführung. Sie setzt im Gegenteil ihre Hoffnungen auf die Heuschrecken. Ver.di verwettet sogar unseren Pensionsfond bei Blackstone, dem Hauptbetreiber der Ausgliederung der 50.000 Stellen bei der Telekom und feiert es als Heldentat, dass sie Blackstone bei der Realisierung ihres Kürzungsplanes mit dem Entzug des für Blackstone lächerlichen Pensionsfonds drohen.

Wir sehen, auf die Gewerkschaftsführung können die Kollegen sich nicht mehr verlassen, da sind nur noch faule Kompromisse zu erwarten. Wer hat dann die niedrigen Tarifverträge bei der Konkurrenz gemacht? An der Basis bei Telekom werden die Stimmen lauter, dass es die einzige Rettung vor der drohenden 30%-Kürzung ist, dass man auch für die „Konkurrenz“kollegen höhere Tarife fordern muss.

Der gleichzeitige Streik bei Nokia/Siemens, Telekom und Alcatel/Lucent, schafft nun auch die Möglichkeit eines gemeinsamen Kampfes, der von den Basisgruppen aus organisiert wird. Es gilt nun, dass die entstehenden Betriebsgruppen sich untereinander vernetzen. Die Linken, angefangen bei dem Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.dihttp://www.labournet.de/branchen/medien-it/telekom/magentat.html
und Labournet, können mit ihren Strukturen dabei helfen. Es gilt die Schreckstarre an der Streikfront endlich zu durchbrechen. Nach den Opelaner kommen die Informationstechniker!

Unterstützt das Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di

Norbert Nelte

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