Argentinien, 50% Inflation und der 4. Generalstreik

Norbert Nelte - 2.10.2018 - Klassenkampvf

Die steigenden Zinsen der Fed sollten eigentlich Russland, China, den Iran treffen, aber jetzt trifft es die „befreundeten“ Staaten zuerst, in Russland ist die Inflationsrate niedriger als in Deutschland mit 6%, nur 2,5%. Und die USA plant immer weitere Zinserhöhungen (Fed erhöht Leitzins, kündigt weitere Schritte an) , da werden die Länder, die ihre Kreditverträge auf Dollarbasis abgeschlossen haben wie die Türkei bekommen jetzt schon schwere Probleme bekommen.

Aber das mit Argentinien, der 50% Inflation, die gönne ich zwar dem von Amerika ausgekuckten Staatspräsidenten Mauricio Macri, aber nicht unseren Kollegen. Darunter müssen sie ganz schwer, besonders bei dem niedrigen Lebensstandard, bzw. der hohen ungleichen Verteilung (Buenos Aires = 23.300$, Chaco = 2.000$).

Die sozialdemokratischen Kirchners betrieben eine Politik der Abschottung Argentiniens und konnten damit die Inflationsrate bei 7,5% begrenzen.2014 kam aber der Prozess in New York wegen einer uralten Kreditschuld und die Inflationsrate sprang auf den 2002-Wert von 43%.



Dann kam aber im November 2015 der neoliberale Mauricio Macri. Mit einschneidenden Sozialkürzungen schaffte er die Rate 2917 wieder auf 27% runter. 2018 wurde die Gegenwehr derart massiv, dass sie sogar auf 2018 hochschnellte, da den Investoren das Land zu unsicher wurde.

Wenn man nicht die Uraltschuld bezahlen will, dass man  dann muss Mann oder Frau Räterepublik machen, denn die basisdemokratische Räterepublik ist nicht der Rechtsnachfolger der kapitalistischen Mafiarepubliken.

Aber wie soll es anders sein in einem Land mit einer wirklich starken revolutionären Arbeiterbewegung. In Argentinien gibt es schon von ganz Südamerika die mächtigste Industrie. Mercedes hat da ein Werk, VW eines, 4 gibt es in Brasilien. amerikanische Autozulieferer (Lear z.B.) haben den Standort in Argentinien, eine starke Chemie, Energie- und Rohstoffindustrie.

In diesem Jahr hatten die Gewerkschaften (auch die reformistischen) schon 4 Generalstreiks durchgeführt Landesweiter Streik legt Argentinien lahm (Klasse gegen Klasse). Die sozialen Probleme wegen der hohen Inflationsrate zwingt alle Gewerkschaften dazu, wieder gemeinsame Kämpfe durchzuführen.

Die reformistischen Gewerkschaften aber waren so dummdreist blöd, dass sie den Generalstreik nicht mit Demonstrationen begleiten wollten. Das ließ das Wählerbündnis FIT um die PTS herum zusammen mit den revolutionären Gewerkschaftern nicht zweimal sagen und organisierten eine mächtige Demonstration mit einer Route über die Stadtautobahn, so dass alle Autofahrer dort die sozialen Probleme wegen der hohen Inflationsrate zur Kenntnis   nehmen musste.

Klasse gegen Klasse schreibt;„Selbst internationale Medien zeigten die Auswirkungen des Streiks. So waren auch in der Tagesschau beeindruckende Bilder von leeren Straßen, kämpferischen Streikposten und radikalen Forderungen zu sehen:“#

So wurden internatio(nal nicht nur die sozialen Probleme von Argentinien, nein auch die revolutionäre Partei PTS bekannt Bild vorne. Es dürfte jetzt nicht mehr allzu lange dauern, Dass die Kapitalisten in Scharen das Land verlassen und weitere Kollegen zwingen, ihren Betrieb zu besetzen, wollen sie ihren Arbeitsplatz behalten.

Für die 10jährige muss die USA 3,05% Zinsen berappen, für die 5jährige noch 2,95% und für die 2jährige immerhin schon 2,82%, so wenig Vertrauen haben die Investoren nur noch in den ganzen Schlamassel. Schulden 3 Mal so hoch wie 2008. Das bricht bald zusammen, dann kommt Karlchen.

Norbert Nelte

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