Finanzkrise, 1.1. Die Profitrate

Norbert Nelte - 11.06.10 - Finanzkrise

Während die Gewinne seit 1982 bis 2004 um 235% gestiegen sind, sind die Löhne, lässt man den Sprung von DDR zu Westlöhnen außer acht, nahezu gleichgeblieben. Die Arbeiter hatten also seit 1982 in ihrem Warenkorb die gleiche Anzahl, während die Reichen ihr Einkommen mehr als Verdoppelten.



2005 beschleunigte sich noch diese Entwicklung. Die Löhne fielen sogar bis 2009 um 6.2%, während die Gewinne kräftig weiter stiegen. Dies wurde vom Staat, egal ob SPD oder CDU, kräftig flankiert  indem er
die Steuern für die Arbeiter von 1969 bis 2004 von 37,5 auf 76,5 verdoppelte und für die Reichen in dieser Zeit um gut 20% senkte.


Die Kapitalisten konnten also fett wie die Made im Speck leben, trotzdem jammern die fetten Maden kräftig weiter. Das Kapital setzt nämlich die Gewinne in das Verhältnis zum eingesetzten Kapitalund da sieht es nicht mehr so gut aus, nicht, weil sie da weniger hätten, sondern im Gegenteil, weil sie inzwischen zu viel davon haben, es hat sich noch mehr Vermögen angehäuft als der Profit gestiegen ist, das Vermögen wird dadurch immer weniger verzinst. Schon 1993 ist die Profitrate nach Robert Brenner im verarbeitenden Gewerbe auf 3,5% gefallen, und davon will die Bank auch noch ihre Zinsen haben, da bleibt ja nichts mehr für den Aktionär übrig. Nur die Lohnabhängiugen erarbeiten dn Mehrwert, da sie als einzigste mehr Wertschöpfung erarbeiten können, als sie für den Kapitalisten kosten.


Am Anfang des Kapitalismus 1850 wurden locker Profitraten von 50% erzielt. Als Ackermann das Ziel für die Deutsche Bank von 25% ausgab, schwärmte die Finanzpresse, das wäre ja wie vor dem 2. Weltkrieg. Inzwischen können die Konzerne ihre Profite nur noch mit Finanzpapieren vom Rohstoffbereich, Waffen oder halbkriminellen Bereich generieren.

"Ich verstehe das nicht" sagte in den 80er Jahren im Spiegel ein BASF Direktor, "ich ratinalisiere immer, und trotzdem sinkt die Profitrrate. Ganz einfach. In dem Jahr, in dem man alleine rationalisiert hat, steigt in der Tat die Gewinnrate. Wenn die Konkurrrenz aber auch rationalisiert hat fällt der dirchschnittliche Warenwert auf die durch die Eiunspaeungen erreichten niedrigeren Kosten plus dem Mehrwert.

Vor 150 Jahren bestanden die Waren eben noch zum größten Teil aus dem Ergebnis der Arbeitskraft, der einzigen Quelle des Mehrwerts. Heute produzieren fast nur noch Roboter, die keinen Mehrwert mehr schaffen, die Waren (Siehe: Über die Ursache der weltweiten Finanzkrise! Video). Wenn man die Profitraten über diese Zeit verfolgt, sieht man, dass sie hyperbelartig gegen Null strebt.


 

Der Gewinnproduzierende Kapitalismus hat zu seinem Ende gefunden. Wie aber kann das Kapital trotzdem noch weiter das vorgeschossene Kapital verzinsen, denn das angeeignete Vermögen stieg dauernd, noch weiter als die Gewinne. Die Altkapitalisten häuften das schon seit dem 19. Jahrhundert an. Im 2. Weltkrieg wurde nur 15% der Industrie zerstört. Weltweit betragen die Bruttoinlandsprodukte 54 Billionen Dollar und das Weltvermögen zwar nur 86 Billionen. Das Kapital konnte deshalb in den 70er keine lukrativen Anlagemöglichkeiten mehr finden. Deshalb hatte Genscher auch 1982 geputscht und mit Kohl zusammen die Derivate- (Finanzwettprodukte) und die CDS (Gegenversicherungen) -möglichkeiten beschleunigt zugelassen. Nun konnte das Kapital hinfort in diesem Paralelluniversum die von den Arbeitern in Form der Gewinne entwendete Wertschöpfung in Wettgeschäften profitabel anlegen. Bis 2009 ist diese Summe auf das 36fache der realen Wirtschaft angestiegen.




Klar, das ist die Kapitalanhäufung der Gewinne seit 200 Jahren und die wollen weiter verzinst sein. Da kann das Kapital doch die Altersrente von Tante Frieda nehmen, die sie bei Lehman Brothers angelegt hatte und die Politikheinis allein in Deutschland geben auch noch mal 500 Milliarden unserer Steuergelder dazu, na prima, da können wir ja weiter zocken. Die Banker haben dabei keinerlei Unrechtsbewusstsein, warum lässt sich auch Tante Frieda von Lehmann Broth. vollquatschen, da regelt halt der Markt ihre Zusatzrente weg. Die Politikheinis verhalten sich so, als ob irgendein Allien aus dem Paralelluniversum sie fernlenken und erpressen würde. Dabei ist das Ganze nur den schnöden Marktgesetzen geschuldet, der Kapitalakkumulation und dem tendenziellen Fall der Profitrate.

Da ist es doch klar, dass manche junge Menschen auf die UFOs kommen. Es verschlägt einem aber die Sprache dass das menschenverachtende Gesetz von dem Menschen selber kommt. Zur Ehrenrettung sei aber gesagt, dass anfangs dien Menschen, die diese Gesetze einführten selber sich im Unklaren waren über die Auswirkungen. James Wattwollte nur die Pferdestärke der Dampfmaschine erhöhen mehr nicht.

Die Politiker können uns nicht ständig mehr für die Verzinsung des Paralelluniversums abknöpfen. Erst 500 Mrd., 2010 dann 750 Mrd., wo soll das noch enden? Das Kapital wird dann immer krimineller auftreten, weil nur noch hier es sich lukrativ verzinsen kann, im Frauenhandel, im Rauschgiftgeschäft, Waffenhandel, Bodyguards, Security, Mordaufträge, Gelderpressung, Spielkasinos usw. Hinter all diesen windigen Geschäften wird in einigen Jahren noch viel mehr Kapital stehen.

Was ein Glück, dass die ersten Arbeiterbewegungen sich in Griechenland (mehrere Generalstreiks), Spanien (erster Generalstreik der Beamten) und Frankreich (Demo mit 500.000 gegen die Rente mit 67) gegen die Kürzunmarathon wehren. Sie werden die alternative Wirtschaftspolitik nach einem vernünftigen Plan aufzeigen können und nur sie, und der Spuk hat ein Ende.

Norbert Nelte
Krisenticker

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