Kritik zu „Eine Chance für die Bewegung“ von Peter Schaber. Bonds = 11,17%

Norbert Nelte - 01.02.2015 - Ausland

Grundsätzlich stimme ich darin überein, Syriza ist eine Chance für die Bewegung, aber der Artikel überzeichnet doch ganz gewaltig die Möglichkeiten von Syriza und lässt den sozialdemokratischen Leser in eine Illusion zurück, die Wahlen würden schon etwas verändern.

Sicher wurde in dem Artikel darauf hingewiesen, dass dann die Bewegung „mit vollem Magen“ wieder weiter kämpfen kann, aber die meisten Menschen auch in Griechenland sind nun mal Sozialdemokraten, und die würden sich wahrscheinlich im Großen und Ganzen mit de Angeboten von Syriza zufrieden geben.

Die wichtigsten Angebote waren: „Der Mindestlohn wurde angehoben, von 400 auf 751 Euro. Die Privatisierungen des Hafens von Piräus und des Stromversorgers DEH wurde gestoppt, die 13. Monatsrente wieder eingeführt, tausende Entlassungen im öffentlichen Dienst wurden zurückgenommen.“ Das langt schon für einen kleinen „linken“ Sozialdemokraten und die weiter gehende Bewegung würde wieder auf uns Revolutionäre beschränkt bleiben.

Innerhalb von 3 Tagen nach der Wahl ist aber etwas passiert, was weit über der kollektiven Ablehnung des Schuldenschnitts hinausgeht. Der Zinssatz für die griechischen Staatsanleihen ist auf 11,17% gestiegen. Er wird nicht mehr in der Lage sein, irgendwelches Geld auf dem Markt sich zu leihen, ohne dafür strangulierende Wucherzinsen zu bezahlen.

Es wird wahrscheinlich gar nicht mal zur Auszahlung der ersten Angebote kommen und Syriza wird in die Geschichte der Kapitalismushistorie eingehen als das Beispiel dafür, dass auch gutwillige Parteien gar nichts verändern können und das die Kollegen voller Hoffnung all diese endlich loswerden und den Aufruf von Vio.me folgen und massenhaft die Betriebe besetzen.

So gesehen hätte sich die Wahl von Syriza wirklich gelohnt und wäre den Spaniern ein Ansporn dafür, mit Prodemos das Gleiche zu wiederholen.

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